Samstag, 18. April 2009

Assumpta est Maria in coelum

   Kann man sich heute noch vorstellen, daß ein Gebetbuch - genauer gesagt, eine Stundenbuch - der wichtigste Teil einer persönlichen Bibliothek sein soll? Die Begeisterung für diesen Buchtypus läßt sich schon an der unglaublich aufwendigen Gestaltung ablesen, für die manchmal Jahre aufgewandt wurden.
   Man trug also Buch. Nicht etwa als Ausweis persönlicher Bildung, sondern vor allem als Ausweis persönlicher Frömmigkeit. Bis dergleichen - wie man heute wohl sagen würde - als uncool galt. Die eigene Frömmigkeit zur Schau zu tragen, beachtliche Summen für eine Devotionalie auszugeben, erschien bald als geradezu gotteslästerlich.
   Aber eine Taschenbuchbibel für fünnef Euro neunzig im Rotationsdruckverfahren? Für einen Menschen des Mittelalters unvorstellbar. Wer heute nur einen banalen Text des Officium parvum sucht, muß lange suchen und wird allenfalls bei einem englischen Traditionsverlag oder im Antiquariat fündig. Als Ersatz gibt es heute wunderschöne Webseiten wie diese: Age of Mary. Und die alten Schätze gibt es in den digitalisierten Sammlungen auch im Internet
   Die Antiphon Assumpta est Maria gehört zur Prim des Officium parvum B.M.V. Nach langen Kämpfen mit dem Textprogramm und dem gregorianischen Font Festa Dies läßt sich der Text mit Melodien rechts auf meinem Blog unter "Officium Parvum B.M.V" abrufen.

Veilchen, Erdbeeren, die weiße Rose ohne Dornen gehören selbstverständlich zu den Zutaten mittelalterlicher Marienbilder. Daß Gott Vater eine Tiara trägt, würde man heute wohl keinem Künstler durchgehen lassen. Weiß jemand, was die blaue Fliege auf dem Bild zu suchen hat?

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