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Dienstag, 14. Dezember 2010

Lucia und ein Dankeschön


Als schwedisches Mädchen hat man am 13.12. etwa vier Möglichkeiten der Darstellung. Die interessanteste ist zweifellos Lucia. Allerdings in der Familie der ältesten Schwester vorbehalten, im Kindergarten nicht so streng limitiert, ab Schulalter gibt es eigentlich nur eine einzige Lucia pro Schule (eine pädagogische Herausforderung ersten Ranges). Dann Tärna (Jungfrau) ebenfalls zahlenmäßig begrenzt, aber beliebt, für die Mädchen, die gar keine Lust haben, in weißen Kleidern einherzuschweben bleibt die Möglichkeit, als Tomte (eine Art schwedischer Gnom) oder als Pepparkaksgubbe aufzutreten. Jungen bleibt da nur die Rolle des Stjärngosse (eher unbeliebt) oder wiederum als Tomte (eher männlich) oder als Pepparkaksgubbe (gewissermaßen die Genderversion).

Man sieht, das ist eher ein Fest für Mechen, wie meist. Wobei im ziemlich gendermaingestreamten Schweden eigentlich alle Kinder Lucia sein dürfen, auch die Jungen. (Für Gegner des Gender-Mainstreaming sei gesagt, daß dies eine seeeeeeeehr theoretische Möglichkeit ist).  Die Behauptung, man könne nur als langhaarige schwedische Blondine Lucia werden, wird von dem meist politisch äußerst korrekten Schweden heftigst bestritten, allerdings fiel in den letzten Jahrzehnten der Geschichtsschreibung die Wahl landauf, landab meist völlig zufälligerweise immer auf ein schwedisches Mädchen mit langen blonden Haaren.

Meine jüngere Enkeltochter Naomi als Tärna.

Mir geht es wieder besser, die Star-Operation ist einäugig überstanden, ich stelle erstaunt fest, daß die Welt in roten grünen blauen Farben sowie deren Mischtönen strahlt, statt wie bisher in einem milden altrosa bis mittelblaugrau. Danke für Eure guten Wünsche und für Eure Gebete. Am Freitag folgt der nächste Akt, und diesmal sind die Voroperationsbauchschmerzen zwar noch da, aber merklich geringer. 

Sonntag, 13. Juni 2010

Le Bon Pasteur


Gar nicht so einfach, ein Bild von Francois Boucher zum Evangelium des Tages zu finden. Dieses ist auch nur ungefähr eine Darstellung des Bon Pasteur (sondern vielmehr eine, wo der logos auf dem Wasser wandelt, und Petrus die Hand reicht.)

Aus meinem "Alten Schott" (zur Messe am Sonntag in der Oktav des Herz-Jesu-Festes):s
Wir fühlen uns als das verirrte Schäflein (Evang.), in allerlei Nöten und Leiden und wenden uns hilfesuchend (Intr.) zum guten Hirten (Evang.). Wie vertrauen uns ganz ihm an. Um in seiner Gefolgschaft zu verbleiben, kämpfen wir standhaft (Epistola) und rechnen auf die Hilfe des Herrn (Grad.). Wir wissen der Herr nimmt sich in der Feier der hl. Messe der Sünder an, erwirkt ihnen durch sein Opfer die Zuwendung der Verdienste und Genugtuungen seines Todes am Kreuze, erzeigt ihnen seine unendliche Liebe und gibt sich ihnen liebend zur Speise - er, der gute Hirte. Zum Opfergang singen wir das Danklied des gefundenen Schäfleins (Offert.). Die Kommunion ist das Freudenmal ob unserer Heimkehr zu Gott (Comm.).
Wir kriegen als Dorfschola meistens nur den Introitus hin, aber das geht schon ganz gut. Sind froh, wenn wir wenigstens Introitus und Ordinarium mit Anstand hinter uns bringen. Ist halt nicht so wie in der Großstadt.

Verglichen mit dem Gesamtkunstwerk der "Alten Messe" wirkt die neue ... Ja wie? Suche noch nach geeigneten Prädikaten. Derzeit tendiere ich zu "beliebig".

Mittwoch, 9. Juni 2010

Nada te turbe



Weil Eugenie den Text vergessen hat:

Nada te turbe;
nada te espante;
todo se pasa;
Dios no se muda,
la paciencia
todo lo alcanza.
Quien a Dios tiene,
nada le falta.
Solo Dios basta.

Nichts soll dich verwirren
Nichts dich erschrecken
Alles vergeht
Gott bleibt
Die Geduld
erreicht alles
Wer zu Gott hält
Dem fehlt nichts
Gott allein. Und Schluß.

Dienstag, 27. April 2010

Kinderglaube

Ob ich mir meinen Kinderglauben bewahrt, oder ihn neu gefunden habe, weiß ich so genau nicht. Aber häufig stehe ich neben mir und frage mich, ob ich das nun genau so sehen muß, wie ich es sehe. Ich glaube an das Ritual. Ich bin der festen Überzeugung, daß ein Gebet um so wirksamer ist, um so ritueller es ist. Manchmal nerve ich meine Umgebung damit, daß ich darauf bestehe, ein Gebet zu einer ganz bestimmten Gelegenheit, zu einer ganz bestimmten Zeit, in der alten Sprache Latein und dann auch noch zu singen, in einer Form des Gesang, die heute nur selten zu hören ist.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich recht habe, zumal in einer Zeit, die auf das "spontane" Gebet, die "spontane" Predigt, das Sich(Selbst)-einbringen so viel Wert legt. Manchmal gerate ich in prekäre Situationen. Was tue ich, wenn ein mir nahe stehender Mensch im Sterben liegt - so ist es geschehen - weiß ich doch, daß dieser Mensch keinen Priester rufen wird, daß er vielleicht wünscht oder doch nicht wünscht, daß ich für ihn bete. Was tun, bin ich doch der Überzeugung, daß es ungeheuer wichtig ist, daß gerade in diesem Moment das Richtige getan werden muß. daß jetzt ein ganz bestimmtes Gebet zu sprechen ist, und daß davon ungeheuer viel abhängt.
In solchen Situationen läßt uns die Kirche, jedenfalls die heutige, allein. Und so habe ich einfach ein altes Gebetbuch mit dem ordo exsequiarum an mich genommen, und die Gebete gesprochen - genau gesagt gesungen - die für den Fall vorgesehen sind, daß ein Priester nicht mehr rechtzeitig kommen wird, um den Sterbenden zu begleiten.

Eines meiner liebsten - oder für mich wichtigsten - Bücher ist Philippe Ariès "Studien zur Geschichte des Todes im Abendland". Es beschreibt die Verdrängung der Wahrnehmung des Todes in der neuzeitlichen Kulturgeschichte. Daß diese Verdrängung immer weiter geht, und daß der Verdrängungsprozeß keinesfalls zu Ende ist - der letztlich eine Folge wachsender Todesangst ist - wird offenkundig, wenn man unbefangen über einen Friedhof geht. Die Urnengräber nehmen zu. Sie sind billig und pflegeleicht, niemand erwartet, daß der meist einsame Tote - ein Urnengrab ist technisch in der Regel ein Einzelgrab - von seinen Angehörigen besucht wird, daß wer ein Requiem für den Toten hält, für ihn eine Messe stiftet, Blumen zu seinem Grab bringt, ein Licht anzündet, einen Rosenkranz betet. Die schon zur Zeit der Reformation ins Gerede gekommene katholische Praxis, für die Toten zu beten, ist im Schwinden begriffen. Zur dunklen Seite der Spaßgesellschaft gehört die Einsamkeit der Toten.

Für einen an Liturgie interessierten ist auffällig, daß es offenkundig ein besonderes Anliegen des Vat. II war, den Ordo exsequiarum zu reformieren. Egal, wie es gemeint war, aber erstaunlicherweise hat dies unter anderem dazu geführt, daß die Farbe schwarz aus der Liturgie verbannt wurde. Der heutige katholische Priester erscheint zur Beerdigung in der Regel in weiß oder violett, während die Trauergemeinde - wie seit unvordenklichen Zeiten - in Schwarz erscheint. Die oben abgebildete Casula, die jedenfalls gestickt wurde, bevor Ariès sein Buch schrieb, hängt daher in einem Museum (in Kremsmünster).

Freitag, 16. April 2010

Ach mögen Engel Dich ins Paradies geleiten...



Märtyrer Dich bei Deiner Ankunft dort empfangen,
Dich führen in die Heilge Stadt Jerusalem,
Der Engel Chor nehm Dich in seine Mitte,
Und mit Lazarus, dem vormals Armen
Ausruhen mögest Du in Ewigkeit.

Mein Schwiegervater hat das Bewußtsein verloren. Es geht zu Ende.

In paradisum deducant te angeli



Von ganzem Herzen Dank und ein Vergelt´s Gott für Eure Gebete. Karl-Heinz liegt noch immer im Koma, wir wissen nicht, ob er noch einmal aufwachen wird, oder ob es zu Ende geht, ohne daß Karl-Heinz das Bewußtsein wiedererlangt. Wir beten jeden Tag um einen guten Tod. Finem perfectum concedat nobis dominus omnipotens.

Die Antiphon "in paradisum" gehörte ursprünglich zur Sterbeliturgie, wurde also am Totenbett eines Sterbenden gesungen. Heute ist der Platz dieser Antiphon der Moment, bevor der Sarg zum Grab getragen wird.

Donnerstag, 25. März 2010

Ave Maria, gratia plena


Die Vertonungen des Ave Maria sind sonder Zahl. Schon gar nicht einfach, eine besonders schöne für heute auszuwählen. Da ich Männerchöre mag, vor allem a capella, heute mal diese.

Dienstag, 2. Februar 2010

Nunc dimittis


Ich dachte mir, daß es doch sehr schön wäre, heute am Tag der Darstellung des Herren, das Canticum des Simeon zu hören. Nunc dimittis servum tuum domine, secundum verbum tuum in pace.
Dargeboten in einer Version von Palestrina, in der Basilica Santa Maria Maggiore in Rom - Palestrinas Wirkungsstätte. Nur das blöde Geklatsche am Schluß nervt etwas.

Samstag, 16. Januar 2010

Haiti: Die geistigen und körperlichen Werke der Barmherzigkeit

   Folgender schlichter Text findet sich auf der Seite von NLM:
   In euren Messen und in euren Gebete gedenkt der Toten der furchtbaren Katastrophe, die sich in Haiti ereignet hat. Bitte schließt die Lebenden in eure Gebete ein, die noch viele Kämpfe und viele Prüfungen vor sich haben.
   Neben diesen geistlichen Werken der Barmherzigkeit denkt auch an die körperlichen Werke der Barmherzigkeit und gebt alles an materieller Hilfe was ihr nur immer geben könnt. Nehmt Kontakt mit Eurem Ortspriester auf und seht, was ihr tun könnt.

Das Bild zeigt die zerstörte Kathedrale von Port-au-Prince. Beim Einsturz der Kriche und der angrenzenden Gebäude starb auch der Erzbischof und eine bisher nicht bekannte Zahl von Klerikern, Seminaristen und Laien.

Donnerstag, 9. April 2009

Dum dicitur canticum Benedictus ...

exstinctis prius omnibus candelis in candelabro triangulari, praeter unam, quae accensa remanet in summitate candelabri, extinguntur paulatim sex candelae positae super altare, ita ut ad ultimum versum cantici exstinguatur ultima candela.

Während der Chor in der Laudes des Gründonnerstages das Benedictus-Canticum singt, werden die Kerzen auf dem Altar gelöscht, zunächst die Kerzen des Candelabers, bis auf eine, dann die sechs Kerzen des Altars, sämtliche Lichter in der Kirche werden gelöscht. Nur eine einzige Kerze bleibt übrig. Während der kleinen Horen entfallen Hymnus, Gloria, Antiphonen Lesungen und Responsorien, nur eine einzige, feierliche Antiphon wird gesungen, während der Chor kniet: Christus factus est pro nobis obediens usque ab mortem. 

Mittwoch, 8. April 2009

St. Coelestin, ora pro nobis

   Mehr als 200 Todesopfer hat das Erdbeben gefordert, daß in der Region um L´Aqulia mehrere Ortschaften zerstört und Gebäude in der historischen Altstadt schwer beschädigt hat. Doch dies ist keinesfalls das erste, und auch nicht das schwerste Erdbeben, das die Stadt in ihrer Geschichte betroffen hat. Das schwerste Beben am 31. Juli 1786 forderte mehr als 6.000 Tote und zerstörte die mittelalterliche Stadt völlig.
   Warum baute man diese Stadt an dieser Stelle wieder auf? Vielleicht weil dies ein besonderer und heiliger Ort ist. 1230 ließ der seltsame Kaiser Friedrich II die Stadt an dieser Stelle errichten. Nach seinem Kaiserwappen, dem Adler, erhielt die Stadt ihren ursprünglichen Namen. 1274 empfing Pietro del Murrone, der spätere Papst Coelestin V. eine Vision der Jungfrau Maria, die im empfahl, an dieser Stelle, bei Aquila eine Kirche zu errichten.
   In seiner Kirche ist das Grab Coelestins. Auch die Kirche wurde bei dem Erdbeben schwer beschädigt. Bitte für uns und die Bürger Deiner Stadt, Heiliger Coelestin.

Dienstag, 24. Februar 2009

Gelübde

   Das Neue Jahr beginnt bekanntlich mit guten Vorsätzen (mit denen angeblich die Straße zur Hölle gepflastert sein soll). Die Fastenzeit beginnt mit Gelübden. (Z.B. 40 Tage kein Nutella mehr essen.)
   Oder die Prim, die Sext und die Komplet des Breviarium Romanum für mein liebes Eheweib (und wer es auch immer lesen, beten und singen mag) zu übersetzen, zu schreiben, zu formatieren und im pDF-Format abzuspeichern.
   Bei dieser Gelegenheit entdeckt, daß sich zwar auf dieser weiten katholischen Welt keine deutsche Übersetzung des "Iam lucis orto sidere" findet, wohl aber im Evangelischen Gesangbuch, und von Jochen Klepper.
Schon bricht des Tages Glanz hervor
Voll Demut fleht zu Gott empor
Daß was auch diesen Tag geschieht
Vor allem Unheil er behüt.

Er halte uns die Lippen rein;
Kein Hader darf uns heut entzwein
Er mache unser Auge frei
Und zeige, was da eitel sei.

Ringt um des Herzens Lauterkeit,
Legt ab des Herzens Härtigkeit
Des Fleisches Hoffart beugt und brecht
Und Trank und Speise brauchet recht

Auf daß, wenn dann die Sonne sinkt,
Und Dunkel wieder uns umringt
Wir ledig aller Last der Welt
Lobsingen dem im Sternenzelt

Lob dem, der unser Vater ist
Und seinem Sohne Jesu Christ
Dem Geist auch, der uns Trost verleiht
vordem, jetzt und in Ewigkeit. Amen
Das Bild zeigt den kunstvollen Einband eines alten Breviarium romanum

Dienstag, 17. Februar 2009

Der Papst ist unfehlbar

     ... was aber nicht heißt, daß der Papst immer recht hat.
   Ob die Lesart des Heiligen Vaters, nach der das II. Vatikanische Konzil in der Kontinuität der Kirche steht, wohl immer und in jedem Fall richtig ist?
   Was den Umgang mit dem Stundengebet angeht, hab ich so meine Zweifel. In der Konstitution Sacrosanctum Concilium Kapitel 83. ff. findet sich eine Radikalreform des Stundengebets. Die Matutin kann als Lesehore zu einer beliebigen Zeit des Tages gebetet werden und verliert damit den Charakter des Nachtgebets (Kapitel 89 c). Die Prim entfällt (Kapitel 89 d). Die Psalmen könne auch auf mehrere Wochen verteilt werden (Kapitel 91). 
"Die Leidensgeschichten und Lebensbeschreibungen der Heiligen sollen so gefaßt werden, daß sie der geschichtlichen Wahrheit entsprechen."(Kapitel 92 c). Die Konstitution unterwirft sich damit einem fragwürdigen, "wissenschaftlichen" Wahrheitsbegriff. Die Hymnen sollen bereinigt werden, dabei"soll beseitigt oder geändert werden, was mythologische Züge an sich trägt".
   Wer die traditionelle Begründung des Stundengebetes kennt, etwa bei Benedikt von Nursia, der sich vorwiegend auf das Alte Testament bezieht, muß sich wundern, daß lediglich Zitate aus dem Neuen Testament herangezogen werden. So entsteht der Eindruck, daß Stundengebet sei lediglich christliches Erbe, wo es tatsächlich jüdisch-christliches Erbe ist.
   Benedikt jedenfalls interpretierte die jüdische Tradition wie folgt:
Es gelte was der Prophet sagt: (Ps 119,164) "Siebenmal am Tag singe ich dein Lob."
   Diese geheiligte Siebenzahl wird von uns dann erfüllt, wenn wir unseren schuldigen Dienst leisten zur Zeit von Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet;
   denn von diesen Gebetsstunden am Tag sagt der Prophet: (Ps 119,164) "Siebenmal am Tag singe ich dein Lob."
   Von den nächtlichen Vigilien sagt derselbe Prophet: (Ps 119,62) "Um Mitternacht stehe ich auf um dich zu preisen."
   Zu diesen Zeiten lasst uns also unserem Schöpfer den Lobpreis darbringen wegen seiner gerechten Entscheide, nämlich in Laudes, Prim, Terz, Sext, Non Vesper und Komplet. Auch in der Nacht lasst uns aufstehen, um ihn zu preisen.
   Der Verzicht auf Prim und Matutin bricht damit mit der jahrtausendealten jüdischen wie benediktinischen Tradition. Die Verteilung der Psalmen auf mehr als eine Woche kommentiert Benedikt wie folgt:
Mönche, die im Verlauf einer Woche weniger singen als den ganzen Psalter mit den üblichen Cantica, sind zu träge im Dienst, den sie gelobt haben.
   Es nimmt nicht unbedingt wunder, daß insbesondere bei den Orden der Traditionsbruch zu heftigen Reaktionen und Spaltungen geführt hat. Heute läßt sich feststellen, daß bei den Orden, die das traditionelle Gebet bewahrt haben, ein Aufschwung festzustellen ist, während die "liberalen" Orden buchstäblich aussterben. Barroux - mittlerweile wieder in der Gemeinschaft mit der Kirche, ist eine blühende Abtei, während die Entwicklung der Ordensberufungen eines der furchtbarsten Dramen der nachkonzilaren Entwicklung darstellt. 
   Das Stundengebet in der traditionellen jüdisch begründeten und benediktinisch formulierten Form ist heute wieder lebendig. Das Breviarium in der vor 1962 gültigen Fassung ist in einer sehr edlen und wertvollen Fassung wieder aufgelegt worden. Auch eine Fassung für Laien, die nur die Prim, Sext und Komplet für die Wochentage, Laudes, Prim, Sext, Vesper und Komplet für die Sonn- und Feiertage umfaßt ist im Verlag der Pius-Bruderschaft zu haben. Wenn auch leider nur mit einer englischen Übersetzung.

Daß in der Übersetzung des Stundenbuches das Programm der Entmythologisierung unerbittlich durchgesetzt wurde, gehört zu einem anderen Kapitel. So übersetzt das "Kleine Stundenbuch" das Responsorium der Komplet "In manus tuas, domine, commendo spirituum meum" mit "Herr auf Dich vertraue ich, in Deine Hände lege ich mein Leben". Dies ist keine Übersetzung, sondern eine glatte Umdichtung.  Lege statt befehle (commendo), Leben statt Geist(spirituum). Aus den auf das Jenseits gerichteten letzten Psalmworten (Psalm 31,5) Jesu am Kreuz  (Lukas 23,46), einer klassischen "imitatio christi", wird eine auf das Diesseits gerichtete Bitte des Beters um Gottes Begleitung.
Die Illustration stammt aus einem mittelalterlichen Stundenbuch.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Schutzengelfest 2. Oktober

Angele Dei,
qui custos es mei,
me, tibi commissum pietate superna,
illumina, custodi, rege et guberna.
Amen.

Donnerstag, 18. September 2008

Zwei Rosenkränze

    Knöpfe, grobes Garn, ein einfaches Kreuz, ein Rosenkranz, wie er primitiver nicht sein könnte. 
    Holzperlen, Bindfaden, ein hölzernes Kreuz aus dunklem Holz, ein Rosenkranz, wie er bescheidener nicht sein kann. 
    Beide Rosenkränze gehören Frauen, Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ingrid Betancourt stammt aus einer alteingesessenen einflußreichen Familie, hat eine anspruchsvolle Bildung genossen, lebte gewiß nicht in ärmlichen Verhältnissen.
    Bernadette Soubirous, die Seherin von Lourdes, wächst in Armut auf, verfügt über wenig bis gar keine Bildung, spricht noch nicht einmal die Hochsprache Frankreichs, sondern einen für städtische Franzosen fast unverständlichen spanisch-französischen Dialekt.
     Aber beide haben gemeinsam, daß eine einfache Kette, die zum Abzählen immergleicher Gebete dient, ihr teuerster Besitz ist. 
    Für Bernadette ist es wirklich fast das einzige was sie an nennenswertem Eigentum besitzt, und sie läßt sich diesen einzigen Besitz auch für alles Geld der Welt nicht abkaufen, denn diese Kette verbindet sie mit der "Dame", die ihrem Leben eine neue Richtung gegeben hat.
     Für Ingrid Betancourt war ihre Kette sechs Jahr lang die Verbindung zur Hoffnung auf Befreiung aus der Gefangenschaft. (Das Bild der Hände Ingrid Betancourts ist anläßlich einer Dankes-Wallfahrt in Lourdes augenommen)

Samstag, 13. September 2008

Gedächtnis der Schmerzen Mariens 15. September


Das Fest des Gedenkens an die Sieben Schmerzen der Jungfrau und Gottesmutter Maria wird zweimal im Kirchenjahr gefeiert. Am Freitag vor Palmsonntag und am 15. September. Der zweite Termin im Jahr wird allgemein mit dem Servitenorden  in Verbindung gebracht. Die "Servi Mariae" entstanden 1233. Sieben reichen florentinischen Kaufleuten erschien am 15. August 1233 die Jungfrau, die sie bat, die Welt zu verlassen, und ihr Leben allein Gott zu weihen.  Am 8. September verließen die Sieben Florenz und auf dem Monte Senario vor Florenz offenbarte sich ihnen die Jungfrau in einer weiteren Vision.

Die Spiritualität des Ordens ist geprägt durch die Meditation über die Passion Jesu und die Meditation der sieben Schmerzen Mariens. Dem Orden wurde 1668 das Recht gewährt, am 15. September das Fest des Gedenkens an die Sieben Schmerzen zu begehen. 1817 fügte PIUS VII nach seiner Befreiung aus der napoleonischen Gefangenschaft das Fest in den römischen Kalender ein. 

Das Fest erinnert an die sieben Schmerzen Mariens
  1. Die Prophezeiung des Simeon (Lukas 2; 25 -35)
  2. Die Flucht nach Ägypten (Matthäus 2; 13-15)
  3. Die dreitägige Suche nach Jesus (Lukas 2; 41-50)
  4. Das Treffen auf dem Weg nach Golgatha (Joh; 19; 17)
  5. Kreuzigung und Tod Jesu (Joh; 25-39)
  6. Die Kreuzabnahme (Joh. 19; 31-37)
  7. Die Grablegung (Joh.; 38-42)

Der Servitenorden kennt einen eigenen Rosenkranz, den Serviten-Rosenkranz, der die Sieben Schmerzen Mariens meditiert. Einer Offenbarung der Heiligen Birgitta von Schweden zufolge gewährt die Heilige Jungfrau den Betern sieben Gnaden, so sie den Sieben-Schmerzen-Rosenkranz beten.