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Mittwoch, 2. Februar 2011
Purificatio Mariae
So manche Änderungen des liturgischen Kalenders scheinen beim Gottesvolk keinesfalls anzukommen. Wir feiern also heute "Lichtmeß", d.h. Mariä Lichtmeß bzw. nach dem vorrevolutionären Kalender die Purificatio Beatae Mariae Virginis. Die heute offizielle Bezeichnung "Darstellung des Herrn" dürfte bei den meisten Katholiken unbekannt sein. Feiertag ist Mariä Lichtmeß leider nirgendwo mehr und so fehlt meist Zeit und Gelegenheit die traditionelle Form der Lichterprozession zu feiern. Im GT findet sich aber nach wie vor der volle Text und gregorianische Satz, und wer will, kann die Prozession also in seiner feierlichsten - gregorianischen - Form feiern.
Nur - es fehlt die Zeit. Als gesetzlicher Feiertag wurde Lichtmeß bereits im jahre 1912 in Bayern und Sachsen abgeschafft. Nach wie vor ist das Fest in einzelnen Kantonen der Schweiz und in Liechtenstein zumindest gewöhnlicher, wenn auch nicht gesetzlicher Feiertag. Und eigentlich ist dies der ursprünglichste Tag der Arbeit, der Tag an dem Bedienstete insbesondere Knechte und Mägde den Dienstherrn wechselten. Und diesen Wechsel natürlich mit einem Tag des Nichttuns des Nichtguten begangen.
Auf jeden Fall ist das nunc dimittis zur heutigen Komplet mit besonderer Inbrunst zu singen. Muß ja nicht gleich der 8stimmige Satz von Gustav Holst sein.
Mittwoch, 29. September 2010
Eala Frya Fresena!
Bei meiner Beschäftigung mit dem ersten Sarazenensturm auf Europa im 8. Jahrhundert bin ich auf eine Beschreibung der Schlacht bei Tours und Poitiers gestoßen. Karl Martell, der fränkische König hatte bei dieser Schlacht, die eigentlich eine Serie von Scharmützeln, Kriegen und Kämpfen war, nicht nur seine Franken an der Seite, sondern auch Langobarden, Sachsen und Friesen. Daß die Friesen damals nicht unbedingt auf Seiten der Christen standen, zeigt die Ermordung Bonifatius (754 oder 755) im zeitlichen Zusammenhang mit der Schlacht bei Tours und Poitiers (732). Doch im Lauf des 8. Jahrhunderts wurde Friesland wohl vollständig christianisiert. Auch die Sachsen waren damals keineswegs ein christliches Volk.
Meine Vorfahren entstammen wohl beiden Volksstämmen, erzogen wurde ich von einer ein bißchen verrückten Friesin, im friesischen Stolz auf das Freie Friesland, daß wohl schon seit dem 8. oder 9. Jahrhundert bestand, und seine Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert hatte. Mein liebes Mütterlein mußte aber wohl ihre dunklen Augen und kastanienbraunen Haare mit übersteigerter Friesischkeit kompensieren, wie das Außenseiter so manchmal tun. (Für ihre Großmutter, blond und blauäugig war sie immer nur die swatte Brout, die schwarze Braut).
Die Bauernrepublik der Sieben Seelande verfügte jedenfalls über einen Landtag und eine eigene Gerichtsbarkeit. Politisches und geistliches Zentrum der Seelande lagen in unmittelbarer Nachbarschaft. Und Friesland war bis zur Reformation im 16. Jahrhundert marianisches Stammland. Das Gerichtssiegel trägt eine Widmung an die Jungfrau Maria:
Meine Vorfahren entstammen wohl beiden Volksstämmen, erzogen wurde ich von einer ein bißchen verrückten Friesin, im friesischen Stolz auf das Freie Friesland, daß wohl schon seit dem 8. oder 9. Jahrhundert bestand, und seine Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert hatte. Mein liebes Mütterlein mußte aber wohl ihre dunklen Augen und kastanienbraunen Haare mit übersteigerter Friesischkeit kompensieren, wie das Außenseiter so manchmal tun. (Für ihre Großmutter, blond und blauäugig war sie immer nur die swatte Brout, die schwarze Braut).
Die Bauernrepublik der Sieben Seelande verfügte jedenfalls über einen Landtag und eine eigene Gerichtsbarkeit. Politisches und geistliches Zentrum der Seelande lagen in unmittelbarer Nachbarschaft. Und Friesland war bis zur Reformation im 16. Jahrhundert marianisches Stammland. Das Gerichtssiegel trägt eine Widmung an die Jungfrau Maria:
his signis vota sua reddit frisia tota cuicum pleb pia sit clemens virgo maria. Was sich in etwa so übersetzen läßt: Dieses Zeichen erwählt sich ganz Friesland aus freiem Willen: Daß die milde und gütige Jungfrau Maria mit dem Volke sei. Sicherheitshalber brauchte es dann wohl auch noch Kettenhemd, Schwert und Wurfspeer. Es fiel mir schon so manchesmal auf, daß im Norden Heiligenbilder gerne mit martialischen Schwertern, Spießen und Äxten garniert werden.Und die friesische Hauptkirche war selbstverständlich der Jungfrau gewidmet.
Mittwoch, 8. September 2010
Maria und Mario
Daß die Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8.Sept. Geburtstag hat, ist mir ja schon deshalb bewußt, weil ich am selben Tag geboren bin. Daß aber Mario Adorf heute seinen 80igsten feiert, hab ich heute erst in der Zeitung gelesen. Warum Mario nun Mario heißt, hat ja vielleicht damit zu tun, daß er eben an diesem Tag geboren ist. Jedenfalls fand ich Mario als Schauspieler immer supercool und einfach furchtbar sympathisch. Seine linksliberalen Ansichten find ich dagegen heute eher öde und ein bissel verschnarcht. Ein lieber Opi halt. Gebe ja schon zu, daß ich es eher mit den Grantelgreisen, wie Marios Ex-Freundin (und Freundin seiner Ehefrau Monique) und Hausnachbarin Brigitte Bardot halte. Aus Brigittes "Schrei in der Stille" hab ich ja mal die Kernsätze zitiert.
Diese Pieta steht in einer Wallfahrtskapelle ganz in der Nähe. Die Wallfahrt findet stets am Vorabend des 8.9. statt. Hierorts spricht man odenwäldisches Französisch. Ein Flambeaux ist also ein Flammbo. Außerdem outet man sich sofort als Auswärtiger, wenn man Bürgersteig statt Trottwa (Trottoir) sagt, oder etwa Landstrasse statt Schossee (Chaussé). Die Kinder heißen hier immer noch häufig Zoffie (Sophie), Schorsch (Georg), Schang (Jean) ist eher außer Mode gekommen, aber Schannett (Jeanette) ist immer noch beliebt.
Montag, 19. Juli 2010
Die preußische Madonna
Daß es im Norden Deutschlands keine Marienverehrung gäbe, ist ein ganz übles Gerücht. Ja sind wir denn aus Stein? Schließlich hat selbst Luther eine Marienhymne gedichtet und von dem protestantischen (zugegebenermaßen ziemlich kryptokatholischen) Dichter Novalis ist eines der anrührendsten Mariengedichte überhaupt überliefert:
Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt;
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt
Ich weiß, daß aus der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüthe steht
Nun hat Novalis auch für andere Frauen, die im eher leibhaftig präsent waren, anrührende Gedichte geschrieben, die "Hymnen an die Nacht", sein berühmtestes Werk, richten sich an seine verstorbene Geliebte, Sophie von Kühn.
Mit anderen, an eine hinreißende Dame gerichtete Gedichte hat sich Hardenberg hingegen zunächst eher in die Nesseln gesetzt.
Aber Du brachtest Ihr auch mehr, als die Krone, Dein Herz.
usw. usf.
Dem Vernehmen nach war der preußische König über diese höchstdichtleriche Anhimmelung seiner in der Tat ausgesprochen liebreizenden Gattin nicht so sehr angetan, zumal die Gedichte auch noch als Vorspann zu einer kleinen Sammlung ausgesprochen kunstvoll gestalteter Aphorismen diente, in denen Friedrich von Hardenberg einerseits die Königin als Mitregentin empfahl, gleichsam als Regentin des weiblichen Teils des preußischen Staates, andererseits auch noch die Vortrefflichkeit der repräsentativen Democratie lobte.
Was nun weder die politische Karriere von Novalis hinderte, der später zum Supernumerar-Amtshauptmann (heute würde man das etwas weniger poetisch-romantisch Landrat nennen) im Thüringischen Kreis ernannt wurde, noch den politischen Einfluß seiner Familie minderte. Später sollte dann eine anderer von Hardenberg, gemeinsam mit einem Herrn Freiherr von Stein sowie den Herren von Gneisenau, von Scharnhorst und von Humboldt die preußischen Reformen ins Werk setzen.
Die Herren hatten dabei eher die Unterstützung wie auch den Rat der angehimmelten Königin als den des Königs zur Seite. Sie - unsere preußische Madonna - ist womöglich eher als ihr königlicher Gemahl die Architektin der preußischen Reformen, die letztlich den Wiederaufstieg Preußens zur Weltmacht ermöglichten. Unter anderem deshalb, weil sie dem unflätigen Polemiker von Stein Manieren beibrachte und seine von Beschimpfungen und Verbalinjurien strotzenden Denkschriften einer milden, weiblich-diplomatischen Zensur unterzog.
Da sage also noch einer, daß Gedichte schreiben nichts bringt.
Heute ist der 200. Todestag der preußischen Königin Luise. Daß es so viele, allerdings ziemlich unterschiedliche, aber immer entzückende Bilder von ihr gibt, ist offensichtlich nicht nur der Tatsache geschuldet, daß sie in der Zeit Napoleons - die in Deutschland auch die Zeit der Romantik war - nun einmal preußische Königin war. In dem silberdurchwirkten weißen Empire-Kleid, in dem sie Napoleon (übrigens auf Rat von Hardenbergs) aufsuchte, um einen gerechten Frieden zu erbitten, muß sie einfach unwiderstehlich ausgesehen haben. Napoleon konnte sie damit allerdings nicht beeindrucken.
Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt;
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt
Ich weiß, daß aus der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüthe steht
Nun hat Novalis auch für andere Frauen, die im eher leibhaftig präsent waren, anrührende Gedichte geschrieben, die "Hymnen an die Nacht", sein berühmtestes Werk, richten sich an seine verstorbene Geliebte, Sophie von Kühn.
Mit anderen, an eine hinreißende Dame gerichtete Gedichte hat sich Hardenberg hingegen zunächst eher in die Nesseln gesetzt.
An den König
Mehr als ein Königreich gab der Himmel Dir in Louisen,Aber Du brachtest Ihr auch mehr, als die Krone, Dein Herz.
usw. usf.
Dem Vernehmen nach war der preußische König über diese höchstdichtleriche Anhimmelung seiner in der Tat ausgesprochen liebreizenden Gattin nicht so sehr angetan, zumal die Gedichte auch noch als Vorspann zu einer kleinen Sammlung ausgesprochen kunstvoll gestalteter Aphorismen diente, in denen Friedrich von Hardenberg einerseits die Königin als Mitregentin empfahl, gleichsam als Regentin des weiblichen Teils des preußischen Staates, andererseits auch noch die Vortrefflichkeit der repräsentativen Democratie lobte.
Was nun weder die politische Karriere von Novalis hinderte, der später zum Supernumerar-Amtshauptmann (heute würde man das etwas weniger poetisch-romantisch Landrat nennen) im Thüringischen Kreis ernannt wurde, noch den politischen Einfluß seiner Familie minderte. Später sollte dann eine anderer von Hardenberg, gemeinsam mit einem Herrn Freiherr von Stein sowie den Herren von Gneisenau, von Scharnhorst und von Humboldt die preußischen Reformen ins Werk setzen.
Die Herren hatten dabei eher die Unterstützung wie auch den Rat der angehimmelten Königin als den des Königs zur Seite. Sie - unsere preußische Madonna - ist womöglich eher als ihr königlicher Gemahl die Architektin der preußischen Reformen, die letztlich den Wiederaufstieg Preußens zur Weltmacht ermöglichten. Unter anderem deshalb, weil sie dem unflätigen Polemiker von Stein Manieren beibrachte und seine von Beschimpfungen und Verbalinjurien strotzenden Denkschriften einer milden, weiblich-diplomatischen Zensur unterzog.
Da sage also noch einer, daß Gedichte schreiben nichts bringt.
Heute ist der 200. Todestag der preußischen Königin Luise. Daß es so viele, allerdings ziemlich unterschiedliche, aber immer entzückende Bilder von ihr gibt, ist offensichtlich nicht nur der Tatsache geschuldet, daß sie in der Zeit Napoleons - die in Deutschland auch die Zeit der Romantik war - nun einmal preußische Königin war. In dem silberdurchwirkten weißen Empire-Kleid, in dem sie Napoleon (übrigens auf Rat von Hardenbergs) aufsuchte, um einen gerechten Frieden zu erbitten, muß sie einfach unwiderstehlich ausgesehen haben. Napoleon konnte sie damit allerdings nicht beeindrucken.
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Der Herr Stadtdekan und ich
Also sooooo gut kenne ich den neuen Frankfurter Stadtdekan nicht. Aber wir haben schon einmal eine gemeinsame Vorliebe für eine gewisse Madonna in einer bestimmten Kirche.
Freitag, 16. Oktober 2009
Darmstadt und seine Madonna
Darmstadt ist - obwohl die Protestanten schon lange nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen - potzprotestantisch. Es scheint, als habe die Stadt ihre Tradition als Hauptstadt eines kleinen lutheranischen Ländchen gewissermaßen in sich eingesogen, als würden die Steine dieser Stadt noch über weitere Jahrhunderte den protestantischen Mief ausdünsten, den sie über die Jahrhunderte eingesogen haben. Wer das nicht weiß, und an Fastnacht in Darmstadt Fastnacht feiern will, kann da sein Aha-Erlebnis haben. (Man flüchtet über die Tage einer jahrhundertealten Tradition folgend ins benachbarte Dieburg, das dafür ebenso potzkatholisch ist, wie Darmstadt potzprotestantisch.) Doch mitten in dieser Stadt fand sich ein von den Bürgern der Stadt verehrtes, ja geliebtes katholisches Bildnis, die Darmstädter Madonna. Im 16. Jahrhundert hat der letzte katholische Bürgermeister der Stadt Basel Hans Holbein d.J. beauftragt, ein wohl für eine Privatkapelle bestimmtes Marienbild zu malen, auf dem der Stifter, dessen lebende und dessen verstorbenen Ehefrau und dessen Tochter verewigt wurden.
1822 erwarb ein preußischer Prinz das Bild, das dann Mitte des 19. Jahrhunderts nach einigen erbrechtlichen Verwicklungen in Darmstadt blieb. Zum großen Leidwesen der Darmstädter wanderte das Bild aufgrund komplizierter Erbstreitigkeiten im Jahr 2004 in das Städelmuseum in Frankfurt, wo es keinesfalls hingehört - davon sind die Darmstädter felsenfest überzeugt. Nun, die Erbstreitigkeiten sind offenbar zu lösen, und nun gibt es Hoffnung, daß dieses Bild wieder nach Darmstadt gelangt, nicht in das Stadtschloß wo es in einer fast sakralen Umgebung über mehr als ein Jahrhundert zu sehen war, sondern in das benachbarte Landesmuseum. Ich hab jedenfalls ganz heimlich ein paar Gesätze geopfert, damit das Bild wieder dahin kommt, wo ich es jedes Jahr mehrmals besucht und besichtig habe.
Darf man das?
Sonntag, 9. August 2009
Unsere Madonna
Sie steht heute leider etwas versteckt, doch sie zeigt Spuren häufiger Berührungen. Viele, die vor dieser Statue beten, berühren sie. Es gibt keine Möglichkeit, vor dieser Madonna eine Kerze anzuzünde, so kann man dafür, durch diese leichte Berühung, etwas mitnehmen und etwas zurücklassen.
Auch wenn sie das Gotteskind trägt, hat sie doch etwas von einer Schutzmantelmadonna.
Donnerstag, 28. Mai 2009
The wind cries: Mary!
Hab heute in der Tagespost gelesen, daß die Beatles und Jimi Hendrix ja auch schon große Marienverehrer gewesen sind. Jo. Fiel mir damals nicht auf. Jedenfalls gibt es einen Song von Jimi Hendrix, in dem von einer gewissen Mary die Rede ist. Wie ja auch die Beatles - die Tagespost schreibts - ein Lied über Mother Mary schrieben (Let it be). Wobei ich Jimis Originalversion, vor allem die Lifeversionen, eigentlich nicht soooo toll finde. Jedenfalls sieht man dem kaugummikauenden, ins Mikrophon nuschelnden Hendrix deutlich an, daß er überhaupt keine Lust hatte, auf der Bühne zu stehen. Jimis Paradies war das Studio, wo er dann die Verstärkerröhren zum Wimmern, Kreischen und Heulen brachte. Deshalb heute die Coverversion von Jamie Cullum.
Hier ein Übersetzungsversuch:
Endlich sind alle Spring-Teufel in der Kiste
und all die Clowns gehn jetzt zu Bett
Du kannst Glück hörn wie´s die Straße langstolpert
Fußstapfen in Kleidern, rot
Und der Wind flüstert: Mary.
Ein Besen, traurig, kehrt auf n`Haufen,
die toten Trümmer des Gestern-Lebens
irgendwo eine Königin: weinend
irgendwo ein König: ohne Weib
Und der Wind schreit. Mary!
Die Straßen-Lichter bleichen blau: Morgen
leuchten ihre Leere über mein´m Bett
das kleine Eiland im Strom: versunken
Denn: das Leben, ist tot, verlebt
Und der Wind kreischt: Mary!
Wird der Wind sich jemals erinnern,
der Namen, die er früher mal blies,
Mit seinen Krücken, uralt, und weise
Flüstert: Nein. vorbei, das war´s
Und der Wind schreit: Mary!
Mittwoch, 25. März 2009
In Annuntiatione Beatae Mariae Virginis 25. März
Nachdem die innerkirchlichen Soixante-huitards (Inzwischen einer meiner Lieblingsbegriffe) 1969 (immer leicht verspätet) zuschlugen, heißt das lateinische Fest "Verkündigung Mariä" nunmehr "Verkündigung des Herrn". Leicht daneben, denn schließlich wurde nicht dem Herrn seine eigene Erscheinung verkündet, sondern einem jungen jüdischen Mädchen, dieser Maria. Man kann diesen Namenswechsel ja auch damit erklären, daß das Fest gaaaanz früher auch schon ein "Herrenfest" gewesen sei. Daß es aber nunmehr nicht mehr "Verkündigung Mariä" heißen darf, hat seinen Grund wohl offenkundig eher in der tiefgreifenden Ent-Marianisierung (es gibt auch eine Ent-Engelung) von Liturgie und liturgischer Praxis.
Sonntag, 22. März 2009
O Mary of Graces

2.
And mayest thou save me by land and by sea
And mayest thou save me from tortures to be
May the guard of the angels around me abide
May God be before me and God at my side.
3.
May a smile of thy mercy from heaven come down
When my heart would leave thee and cleave to the ground
And when this poor body returns to its sod
May thy loving arms bear my soul to its God.
Schon nach dem ersten Takt weiß der Kenner, aus welchem Land dieses Land stammt. Hier kann man mal in eine andere Text-, aber die gleiche Melodievariation dieses irischen Marienliedes reinhören.
Freitag, 13. März 2009
Angelus Domini nuntiavit Mariae
Daß man das Angelus-Gebet auch singen kann, hab ich erst vor kurzem rausbekommen. Schreib gerade an den Noten, die ich irgendwo - weiß nicht mehr wo - gefunden habe. Demnächst mehr in diesem Theater, jedenfalls sobald mein Ringkampf mit dem Font Festa dies abgeschlossen ist.
Donnerstag, 5. März 2009
Blau, Blau, Blau sind alle meine Kleider
Schwarz, weiß, braun, das sind die Farben eines Mönchs- oder Nonnenhabits - dachte ich bisher. Aber nachdem Elsa einer Gruppe von himmelblau (korrekt sollte man wohl sagen marienblau) gewandeter Nonnen begegnete, und nachdem ich nach den Trägerinnen und Trägern dieser Gewandung gesucht und sie gefunden habe, habe ich dieses Vorurteil abgelegt. Tatsächlich ist die Farbe blau gar nicht so selten. Sie wird vor allem von Orden getragen, die sich als marianisch verstehen. Das himmelblaue Habit zeichnet einen Orden aus, der so seine ganz besonderen Besonderheiten hat. Zum Beispiel die Vorliebe für die Gregorianische Messe, die Verehrung des franziskanischen Märtyrers Maximilian Kolbe, die Verehrung der Unbefleckten Empfängnis, die zum Habit gehörende Wunderbare Medaille, kurz alles, was auch ich liebe, verehre, mit mir herumtrage - einschließlich der Farbe blau.
Vielleicht bin ich ja ein verkappter Franziscan Friar of the Immaculate.
Na ja, nach zwei Töchtern und drei Enkelkindern reicht es ja immerhin noch für eine Mitgliedschaft im Dritten Orden. Den es in Deutschland leider nicht gibt.
Freitag, 20. Februar 2009
Et beata ubera ...

Sacrosánctæ et indivíduæ Trinitáti,
crucifíxi Dómini nostri Jesu Christi humanitáti,
beatíssimæ et gloriosíssimæ sempérque Vírginis Maríæ fœcúndæ integritáti,
et ómnium Sanctórum universitáti
sit sempitérna laus, honor, virtus et glória ab omni creatúra,
nobísque remíssio ómnium peccatórum,
per infiníta sæcula sæculórum.
R. Amen.
V. Beáta víscera Maríæ Vírginis, quæ portavérunt ætérni Patris Fílium.
R. Et beáta úbera, quæ lactavérunt Christum Dóminum.
R. Et beáta úbera, quæ lactavérunt Christum Dóminum.
So heißt es am Ende des Gebetes nach dem Stundengebet.
Der Allerheiligsten Einen Dreifaltigkeit
unsres gekreuzigten Herrn Jesu Christi Menschheit,
der seligsten und glorreichsten allzeit jungfräulichen Gottesmutter Mariae Reinheit,
und der Gemeinschaft aller Heiligen Einigkeit,
sei ewiglich Lob, Ehre, Kraft und Ruhm von aller Kreatur
und uns sei Vergebung aller Sünden
von Ewigkeit zu Ewigkeit
V.: Gebenedeit sei der Leib (wörtlich:die Eingeweide), der den Sohn des ewigen Vaters trug,
R.: Und gebenedeit seien die Brüste, die Christus den Herrn säugten.
Mit Mühe, aber keineswegs ohne Ertrag arbeite ich mich durch mein Lieblingsbuch.
Wenn man dieses Gebet knieend nach dem Stundengebet spricht, kann man, nach Pius X. einen Ablaß von 3 Jahren erwerben.(S. Pen. Ap., Dec. 1, 1933) Aber nur, wenn man kniet. Stehen gilt nicht.
Samstag, 1. November 2008
Blut und Tränen
Der Grundton dieser Piétà ist blutrot, selbst das Podest und der Hintergrund ist so gestaltet, als schwimme das Bild gleichsam im Blut. Vom Blut ihres toten Sohnes sind das Kleid der Muttergottes und ihre Hände wie überströmt. 1420 ist dieses Gnadenbild entstanden und seitdem wird es in einer Wallfahrtskirche in Dieburg verehrt. Die Beschaffenheit des Bildes ist ein Rätsel. Es besteht nicht aus Holz, sondern aus Leder und aus mit Bindemitteln und Ton zu einer harten Masse verarbeiteten Stoffen. Der Künstler wollte offenbar gemeinsam mit der überrealistischen Gestaltung auch stofflich diesem Bild eine gewissermaßen leibliche irdisch-biologische Form geben.
Maria tritt uns als Trauernde, aber eben darum auch als "Consolatrix afflictorum", als Trösterin der Betrübten entgegen.
Das Bild meiner Trösterin steht in der Wallfahrtskirche in Dieburg
Montag, 22. September 2008
Maria, lieblich ausgedrückt

Ich sehe Dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Wie meine Seele dich erblickt.
Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.
Novalis
Meine Lieblingsmadonna steht in St. Leonhard Frankfurt am Main.
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