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Sonntag, 25. September 2011

Bericht aus Berlin: Wort für Wort


Braut des Lammes hat zwei wordles der Predigt im Olympiastadion und in Etzelbach ins Netz gestellt. Hier ein wordle der Ansprache vor dem Bundestag. Ein geniales tool, dieses wordle. Auf einen Blick erschließt sich, was wirklich das Thema der Rede war. Zu der noch viel mehr zu sagen wäre. Für mich jedenfalls war diese Rede eine Rede, die mich frösteln ließ. Nicht wegen des Papstes, der wie immer voll Mitgefühl und Wärme gesprochen hat, sondern wegen der bitteren Realität, die diese Rede offenlegt.

Ich komme darauf noch zurück. Für einen Juristen jedenfalls war von allen wundervollen Reden und Ansprachen und Predigten, die der Papst in seinem Vaterland (ja, das hat er gesagt) gehalten hat, DIE REDE. Zu DER REDE wird noch einiges zu sagen sein. Unter anderem auch von mir.

Sonntag, 11. September 2011

Der Mann im Feuer. Was mich mit 9/11 verbindet.


Es ist einige Jahre her, daß mich in einer Marienkapelle, die ich regelmäßig besuche, eine Vision heimsuchte. Auf einer weißen Wandfläche, links nebem dem Hochaltar mit dem Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes entstand vor meinen Augen das Bild eines Mannes im Feuer. Ich sah ein mir bekanntes Gesicht, wußte aber nicht auf Anhieb, wen ich da sah. Ich benötigte einige Zeit, um dieses Bild mit einer Person verbinden zu können. Schließlich wurde mir klar, wen ich da vor Augen hatte. Ich erkannte das Gesicht von Wilfried (Bonifatius) Böse.

Ich habe, nachdem ich begann, an meiner geistigen Gesundheit zu zweifeln, die Hilfe eines Priesters gesucht. Ich bin heute noch sehr froh, daß ich auf einen Priester traf, dem der Glauben an die Existenz der unsichtbaren Welt nicht gänzlich abhanden gekommen war. Er sagte mir, daß an diesem Ort seit mehr als einem Jahrtausend Menschen beten. Hier sei die Grenze zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt gleichsam dünner, die Chance - oder das Risiko - diese Grenze zu durchdringen größer. Er glaube, daß die armen Seelen, die der Hilfe des Gebets der Lebenden bedürfen, an dieser Grenze warten, in der Hoffnung auf Hilfe. Es könne sein, daß ich eine Seele gesehen habe, die im Fegefeuer brennt.

Bonifaz war nicht direkt ein enger Freund. Um das Jahr 1970 hatten wir uns in einer obskuren anarchistischen Organisation getroffen, der "Föderation Neue Linke". Es handelte sich um eine abseitige Gruppe dogmatischer Anarchisten die gleichwohl einigen Zulauf hatte. Nachdem die Zugehörigkeit zu dieser Organisation nicht unbedingt ein Ruhmesblatt ist, verzichte ich aus Rücksichtnahme auf heute noch lebende Personen darauf, die Liste der prominenten Personen aufzuzählen, die ihr angehörten. Davon abgesehen prägten nicht die Prominenten oder später prominent Gewordenen die FNL, sondern eine kleine Gruppe entschlossener Krieger, ein informeller Kader, der alle Fäden in der Hand hielt und in der Lage war, mißliebige Personen auszugrenzen.

Zwei der Personen, die zu diesem Kader gehörten, Hannes Weinrich und Bonifatius Böse, die Gründer der "Revolutionären Zellen" , haben sich als exquisit gnadenlose Terroristen hervorgetan, und mit ihrer Aktion wurden sie Teil einer Bewegung, deren grauenvoller Höhepunkt der Anschlag auf die Twintowers  ist.

Die Befassung mit den "bleiernen Jahren", kann uns lehren, daß das Böse sich nicht ausschließlich islamistischer Terroristen als Werkzeug bedient. Der "godfather of terrorism", der Begründer der blutigen Tradition des Terrors im mittleren Osten, der Kampfgenosse der blutigsten und gewalttätigsten Terrororganisationen des Westens, der deutschen "Revolutionären Zellen" und der japanischen "Roten Armee", der Geld- und Auftraggeber des gefürchtetsten Terroristen der 70er Jahre, Ilich Ramirez Sanchez, genannt Carlos, war Christ. George Habasch, Chef der palästinensischen PFLP stammte aus einer christlich-orthodoxen Familie, ebenso wie die zweite Hauptperson der PFLP Wadi Haddad. Es waren diese beiden und ihre Organisation,  die als erste eine Aktionsform entwickelten, deren sich auch die Attentäter des 11. September bedienten.

Die erste Flugzeugentführung, die die PFLP 1969 organisierte, wurde von der heute noch wie eine Heldin verehrten Leila Khaled durchgeführt. Von dort beginnt eine Spur, die zu immer gewalttätigeren und brutaleren Aktionen führte. In dieser ersten Phase dominierten keine islamistischen Gruppen, sondern die von Christen geführte PFLP, Hand in Hand mit westlichen Gruppen, die man wohl noch am präzisesten als Nihilisten bezeichnen könnte.

1970 scheiterte eine Flugzeugentführung, bei der der Partner Leila Khaleds, Patrick Arguello von israelischen Skymarschalls getötet wurde. Die Entführungsaktion war Teil einer militärischen Kampagne mit der, angeführt durch DFLP und PFLP, Palästinenser das "prowestliche" jordanische Königshaus stürzen und die Macht in Jordanien an sich reißen wollte. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die PLO mußte Jordanien verlassen.

In einer Racheaktion überfielen daraufhin 1972 drei Mitglieder der japanischen Roten Armee, die von der PFLP angeleitet und ausgebildet worden waren, den Flughafen Lod in Israel und ermordeten insgesamt 26 Personen, unter anderem eine elfköpfige christliche Pilgergruppe aus Puerto Rico.

1975 überfiel im Auftrag der PFLP und im Auftrag Ghadafis eine bewaffnete Gruppe unter dem Kommando von "Carlos"die in Wien tagende OPEC-Konferenz. Teilnehmer waren Mitglieder der "Revolutionären Zellen", die erste Aktion, bei der Mitglieder der früheren "FNL" hervortraten.

1976 entführten zwei Mitglieder der Revolutionären Zellen, Bonifatius Böse und Brigitte Kuhlmann (Codename Halimeh) ein Flugzeug der Air France nach Entebbe. Die Operation diente der Gefangennahme jüdischer Geiseln  und war eine "Auftragsarbeit" der PFLP. Die Operation scheiterte, der israelischen Armee gelang es, die Geiseln zu befreien und die Entführer zu liquidieren. Was mit Bonifatius geschehen war, hat mich seitdem beschäftigt. Es gab Gerüchte. Bonifatius habe sich ergeben, und sei trotzdem erschossen worden. Hatte er aufgegeben? Ist er "umgekehrt"? Ist er rettungslos verloren? Was habe ich da gesehen in dieser Kapelle? Einen Verdammten in der Hölle? Oder einen meines Gebets Bedürftigen im Fegefeuer?

1977 entführte ein "Kommando Martyr Halimeh"- Motiv unter anderem: Rache für Entebbe -  das Lufthansa-Flugzeug Landshut. Mit dem Scheitern dieser Entführung und dem Selbstmord der inhaftierten RAF-Gründer kulminierte der "Deutsche Herbst" zu seinem Höhepunkt.

Ein Jahrzehnt lang beherrschte eine Gruppierung, die von christlichen Palästinensern gegründet worden war, die Terrorszene. Waren sie die Lehrer von Al Qaida? Ich glaube schon. Thesen, wonach zwar nicht alle Muslime Terroristen, aber alle Terroristen Muslime seien, halte ich für geschichtsblind. Al Qaida hat den Terror noch einmal um mehrere diabolische Varianten erweitert, aber zu den Vorgängern von Al Qaida gehört die von Christen dominierte "marxistische" PFLP, gehören die Zellen des fortschrittlich-aufgeklärten "antifaschistischen" "westlichen" Linksterrorismus. Das Böse ist nicht wählerisch. Jeder ist willkommen.

An Tagen wie diesem suche ich eine bestimmte Marienkapelle auf. Ich habe zu beten.

Sonntag, 7. August 2011

Wer die Alte Messe hört, der frißt auch kleine Kinder


Kann man sich eigentlich eine unchristlichere Tat vorstellen, als die Ermordung dutzender Kinder und Jugendlicher? War die Tötung eines Kindes nicht aus Sicht christlicher wie im übrigen auch islamischer Tradition nicht die denkbar verachtenswerteste Untat? Unterschieden sich die Christen der Antike von ihrer Umgebung nicht dadurch, daß sie Kindern das Lebensrecht zusprachen? Heißt es nicht im Diognet-Brief
Sie heiraten wie alle und zeugen Kinder, jedoch setzen sie die Neugeborenen nicht aus.
Daß sich der Massenmörder Breivik im Ernst auf das Christentum berufen kann, nimmt eigentlich keiner an, der noch alle Tassen im Schrank hat. Was nun nicht heißt, daß man den Massenmord des christlich kostümierten Freimaurers Breivik nicht für so manche nützlichen Zwecke einsetzen kann. Auch die Memorandistin Saskia Wendel konnt es sich offenbar nicht verkneifen, bei Gelegenheit den katholischen Traditionalisten, und ein bißchen auch dem Papst eine reinzuzwiebeln. Das fängt ganz harmlos an:
DIE ZEIT: Wie sieht Breiviks ideale Kirche aus? 
Wendel: Er fordert nicht nur eine Revitalisierung des Christentums, sondern auch eine konservative Revolution der katholischen Kirche. Er will die Öffnungen, die das Zweite Vatikanum in den sechziger Jahren vollzogen hat, rückgängig machen und den alten Exklusivismus ins Recht setzen. Extra ecclesiam nulla salus: Die katholische Kirche ist die einzig wahre Kirche. Er kritisiert ihr Bekenntnis zur Religionsfreiheit und die Öffnung zum Islam. 
DIE ZEIT: Damit steht er aber nicht allein. 
Wendel: Nein, das sind klassische Topoi des katholischen Traditionalismus. Breivik hat zutiefst antimoderne Einstellungen etwa zur Abtreibung, zur Empfängnisverhütung, zur Geschlechtergerechtigkeit. Deshalb polemisiert er auch gegen Frauenordination und gegen die Anerkennung von Homosexualität durch die Kirche. Er lobt den Reichtum der Liturgie und die apostolische Sukzession, setzt die Autorität des katholischen Lehramtes gegen beliebige Deutungen der Schrift und betont die Unfehlbarkeit des Papstes.
Das Verbot der Abtreibung, wie auch der künstlichem Empfängnisverhütung, die Ablehnung der Homoehe wie auch der Frauenordination sind also "Topoi des katholischen Traditionalismus". Das war uns nun als Kenner der Position der Memofreis nicht wirklich neu. Aber das war ja noch nicht alles:
Konservative Katholiken, die viele von Breiviks Ansichten teilen, sind deshalb noch keine Fundamentalisten. Aber es gibt durchaus eine fließende Grenze. Mit Furcht vor Freiheit und Pluralität fängt es an, und wenn dann noch ein überzogenes Sendungsbewusstsein ins Spiel kommt, wenn das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr anerkannt wird, wenn aus religiösen Überzeugungen direkt politische Forderungen abgeleitet werden – dann wird die Grenze zum Fundamentalismus überschritten. Bei bestimmten traditionalistischen Gruppierungen in der katholischen Kirche gibt es womöglich auch antidemokratische Einstellungen. Sollte hier ein Gewaltpotenzial entstehen, muss der Staat seine Schutzfunktion erfüllen. Das sind dann keine rein innerkirchlichen Angelegenheiten mehr.
Die Gründung der KAF, der Katholischen Armee Fraktion steht also unmittelbar bevor. Und es gibt eine fließende Grenze zum "christlichen"Terrorismus. Kenn ich. Als politisierender Student lebte ich mal ganz nahe an einer fließenden Grenze (zur RAF). Und sah eines Tages in die Mündung einer  HK MP5.

Und dann dieser "Jargon der Eigentlichkeit".  Da gibt es "womöglich auch" antidemokratische Einstellungen. Warum so zögerlich? Sagen wir es doch rund heraus, Zeit ist Sesterz. Wenn aus religiösen Überzeugungen politische Forderungen abgeleitet werden, dann ist da schon Fundamentalismus. Das gilt dann für die gesamte katholische Kirche, die Abtreibung als Verbrechen ansieht, die Homoehe ablehnt, die künstliche Befruchtung als widernatürlich ansieht, Euthanasie und vorgeburtliche Selektion ablehnt und und und.

Vor allem der Plural "Gruppierungen" macht mich neugierig. Da wüßte ich doch gerne mehr. Wer sind sie, die "Gruppierungen", gegen die "uns" der Staat schützen muß? Daß die Piusbruderschaft dazu gehört, kann man aus diesem Interview ohne Mühe herauslesen. Da sind sich Interviewer und Interviewte offenkundig gänzlich einig. Aber wer noch? Die Petrusbruderschaft? Die Lebenschützer? Die Anhänger der Alten Messe? Gregorianische Scholen? Die Unterzeichner der Petition "Pro Ecclesia"? Die Mitglieder von "Pro Sancta Ecclesia? Die Leser des Vatican Magazin? Matthias Matussek? Martin Mosebach? Das Priesternetzwerk? Die Blogozese? Auf alle paßt der Steckbrief, den die "Zeit" und die Frau Theologin entwickelt haben. Auch auf den Papst. Auch wenn der großzügigerweise noch nicht zum Bewohner der fließenden Grenze gemacht wird.

Sonntag, 10. Juli 2011

PID, die Neue Heimsuchung


Bevor sich jemand wundert, warum ich einen Beitrag über das PräimpG des ehemaligen evangelischen Pfarrers Peter Hintze u.a. mit einer Darstellung der "Visitatio Mariae" illustriere, ein kleines Rechenexempel. Von dem Evangelisten Lukas wissen wir, daß Maria wenige Tage nach der Verkündigung ihre Verwandte Elizabeth besuchte, die zu diesem Zeitpunkt mit Johannes dem Täufer im 6. Monat schwanger war. Diese wenigen Tagen berechnet die lateinische Kirche nicht, die Feier der Visitatio als Abschluß der Oktav von Fronleichnam ist ein symbolischer Termin. Die Ostkirche allerdings geht davon aus, daß zwischen Verkündigung und Heimsuchung 5 Tage lagen. Jesus Christus, wahrer Mensch, befand sich zu diesem Zeitpunkt morphologisch gesehen im Zustand des Wandels von einer Zygote zu einer Blastozyste, kurz vor der Nidation in die Gebärmutter der seligen Jungfrau Maria.

Eine strafrechtlich gesehen wesentliche Etappe, denn die Verhinderung der Nidation, der Einnistung der Blastozyste in die Gebärmutter, ist seit 1974 keine Straftat mehr, was die Pille, die Mini-Pille, die Spirale und die Pille danach legal macht. Abtreibung ist gesetzlich - allerdings erst seit den Tagen der glorious sexual revolution - als Abtreibung eines Embryos nach der Nidation definiert. Davor ist der menschliche Embryo selbst nach Auffassung unserer Verfassungsgerichts kein menschliches Wesen, dem das Grundrecht auf Leben zukommt.

Die Bibel definiert menschliches Leben offenkundig anders. Jesus Christus ist von Anfang seiner Menschwerdung an wahrer Mensch, und am Hochfest der Heimsuchung feiern wir nicht den Jesus blastozystus, sondern den Herrn. Auf vielen Ikonen, aber auch auf Bildern westlicher Künstler, zeichnen die Ikonenschreiber und Maler Jesus Christus, den Herrn, aufrecht stehend den knienden Johannes den Täufer segnend.

Fünf Tage alt waren auch die Embryonen an denen der Arzt Matthias Bloechle eine Blastozytenbiopsie durchführte, um jeweils festzustellen, ob diese Blastozysten Chromosomenanomalien aufwiesen. An insgesamt neun Embryonen nahm er diese Operation vor, 3 Embryonen durften leben, 5 Embryonen mußten sterben, von der Lebendgeburt eines Kindes wird nur einmal berichtet. Der BGH hielt diese Praxis für legal. Bloechle erstattete nach seiner "Pioniertat" Selbstanzeige. Das weitere Prozedere ist bekannt.

Das PräimpG ist Peter Hintzes Gesetz. Hintze ist der spiritus rector dieses Verfahrens. Wahrscheinlich nicht obwohl, sondern vielmehr gerade weil Hintze der Partei mit dem großen C angehört. Nicht obwohl, sondern gerade weil Hintze von Beruf, und vielleicht sogar einmal von Berufung evangelischer Pastor war. Auch unserer Herr Bloechle ist nach eigenem Bekenntnis gläubiger lutheranischer Christ. Und wie Ex-Pfarrer Hintze seinen Gesetzesentwurf mit der christlichen Nächstenliebe begründet, so begründet der Sohn eines evangelischen Pastors und bekennender Lutheraner Bloechle seine Haltung mit der "Gewissensfreiheit", beruft sich auf Kant und Martin Luther. Daß Bloechle auch noch ein Forum bei "evangelisch.de" bekommt, ist ja schon interessant und gibt Hubers Begriff von der Kirche der Freiheit ein ganz eignes Gschmäckle, notabene einen hautgout, um es in klarem Deutsch zu sagen.

Wie viele Parlamentarier, die für die Legalisierung der PID stimmten, haben ihr Gewissen wohl damit beruhigt, daß doch wohl nicht sittlich verwerflich sein kann, was von einem protestantischen Pastoren und einem evangelischen Pfarrerssohn gutgeheißen wird, ja gar noch als Akt der Nächstenliebe und als Ausdruck der Gewissensfreiheit anzusehen ist? Die Redebeiträge der meisten Parlamentarier, die sich zu diesem Thema geäußert haben, kann man übrigens hier sehen und hören. Auch Hintzes Beitrag, der von der Nächstenliebe handelt. Was sich auch sehr gut beobachten läßt, sind die leeren Abgeordneten-Sitze der Abgeordneten die offenbar Wichtigeres zu tun hatten, als dieser angeblichen "Sternstunde" des Parlaments beizuwohnen.

Daß nun Hintzes Entwurf noch viel weiter geht, als der BGH und Bloechle - bei Bloechle ging es um Embryonen, die nicht lebensfähig waren - soll nicht unerwähnt bleiben. Ich empfehle den Beitrag des Abgeordneten Henke, übrigens Vorsitzender des Marburger Bundes, der Vereinigung der deutschen Klinikärzte. Der Arzt Henke sorgt sich, wie viele andere Ärzte, ob nicht die PID bei der In-Vitro-Fertilisation durch die Legalisierung der PID zum Standardverfahren werden könnte. Ob nicht das Screening auf praktisch alle Arten der Behinderung ausgedehnt werden könnte.

Ob es eine Rolle spielt, daß Hintze Protestant, Henke Katholik ist? Wenn man sich die Zahlen ansieht, durchaus. Von 111 katholischen CDU-Abgeordneten, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, haben 92 gegen und 19 für die Zulassung der PID gestimmt. von den 79 protestantischen Abgeordneten 39 für Hintze und 40 dagegen. Daß der Hugenottensproß De Maizière gegen Hintze stimmen mußte, kann man schon bei Max Weber nachlesen.

Ursula von der Leyen, die sich in der Debatte für Hintzes Entwurf einsetzt, hat sich kurz davor für die erneute Bezuschußung der IVF durch die Krankenkassen eingesetzt. Nachdem alle anderen Maßnahmen zur Vermehrung der Geburten wohl nichts gefruchtet haben. Damit hätte wir dann eine im wahrsten Sinne höllische Mischung. Die Übernahme der Kosten der IVF durch die Krankenkassen hat die Zahlen im Jahre 2007 auf mehr als 30.000 steigen lassen. Die IVF ist eine Tortur. Warum diese Tortur auf sich nehmen, wenn man nicht gleichzeitig die Garantie auf ein gesundes Kind hat? Dafür gibt es nach der Legalisierung der PID keinen Grund. Also wird die PID zum Standardverfahren bei jeder IVF werden. Der Widerstand der Ethikkommissionen - wenn sie überhaupt Widerstand leisten - wird schnell abgeräumt werden. Die Klientel ist klagefreudig.  Die Justiz ist willig.

Dann rechnen wir zum Schluß noch einmal. Die Baby-take-home-rate, das Zahlenverhältnis zwischen den eingesetzten befruchteten Eizellen und den Lebendgeburten beträgt 1:32. Nur jede vierte Frau wird nach der Kombination IVF plus PID schwanger. Um eine größere Zahl auszuwählender Embryonen zu haben, werden nach internationalen Standards 8 bis 12 Embryonen bei jedem Versuch befruchtet. Da müßte man in Deutschland allerdings das Emryonenschutzgesetz noch ändern. Wird kommen, jede Wette, die Dämme sind nun endgültig gebrochen.

Die Todesrate liegt damit bei 30.000 mal (mindestens) 8 minus 7500 (Geburten) im worst case scenario. Das bedeutet mehr als 200.000 tote oder "überflüssige" Embryonen. In der Bundestagsdebatte sprach man von wenigen hundert Fällen. Hab ich mich etwa verrechnet? Zählt man die 200.000 "diskreten" Abtreibungen durch Pille, Spirale etc. dazu und die mehr als 100.000 "offiziellen" Abtreibungen, werden dann bald mehr als eine halbe Million ungeborene Kinder per anno sterben müssen. War da nicht von "Nächstenliebe" und "Gewissen" die Rede?

Montag, 13. Juni 2011

Christus will er? Eine Spritze bekommt er!


Heute wurde Alojs Andricki, ein Priester der sorbischen Volksgruppe in Sachsen, seliggesprochen. Mehr als 10.000 Menschen nahmen an der Seligsprechungsfeier in Dresden teil. Für die katholischen Sorben war Alojs schon längst ein Heiliger, aber erst 1998 wurde das Seligsprechungsverfahren eingeleitet, daß heute endete. An Feier und Gottesdienst nahm neben tausenden von Sorben auch der Ministerpräsident Sachsens, Stanislaw Tillich teil, selbst, wie der Märtyrerpriester Andricki, katholischer Sorbe. Stanislaw Tillich spricht während der Messe das Fürbittegebet in sorbischer Sprache.

Das Schicksal Alojs Andrickis bietet ein anschauliches Beispiel sowohl für den Widerstand vieler katholischer Gläubiger und Priester gegen das mörderische Regime des Nationalsozialismus, wie für das Funktionieren dieses Systems. Im Fall des jungen Priesters genügten ein paar kritische Sätze und eine wütende Debatte mit einem Spitzel, um ihn erst hinter Gitter zu bringen, dann in das KZ Dachau.

Am 7.2.1941 kam Alojs Andritzki wegen regimekritischer Äußerungen in Untersuchungshaft. Die Anklageschrift zitiert zahlreiche regimekritische Äußerung Alojs, und subsumiert formell korrekt in einer Sprache, die mir jeden Tag begegnet, in Juristendeutsch
Am 12.1.1941 nahm der Beschuldigte an einer Fahrt der Dresdener Pfarrjugend nach Pirna teil, wo ein Gruppenspiel in der katholischen Kirche aufgeführt werden sollte. Im Verlaufe des Tages wurden u.a. alte Marienlieder sowie ein weltlicher Kanon gesungen. Bei dieser Gelegenheit erfolgte eine staatspolitische Kontrolle der versammelten Mitglieder und ihrer Tätigkeit. Dies nahm der Beschuldigte zum Anlass, gegen die staatspolitischen Maßnahmen Stellung zu nehmen und auszuführen (Bl. 6 d. A.):
„…In ein paar Jahren wollt Ihr uns doch auf die Guillotine schaffen…Der Kampf geht bis aufs Messer. Ihr müsst Euch an so etwas gewöhnen. Das sind die Vorspiele, später wird es ganz anders…“
Der Beschuldigte bestreitet, sich staatsfeindlich ausgelassen zu haben und behauptet, er habe, wenn er überhaupt die ihm zur Last gelegten Redewendungen gebraucht habe, dies aus rein religiöser Einstellung heraus getan. Es habe ihm ferngelegen, politische Einrichtungen des Staates zu kritisieren. Der gesamte Sachverhalt und die die Äußerungen des Beschuldigten begleitenden Umstände lassen erkennen, dass es sich insoweit nur um eine leere Ausrede des Beschuldigten handelt. Er wird in der Hauptverhandlung überführt werden.
Er wird überführt werden. Vor dem Sondergericht in Dresden, das unter anderem Verstöße gegen das sogenannte Heimtückegesetz zu ahnden hatte, wird er einem der vielen kleinen Freislers begegnet sein, die bedenkenlos das nationalsozialistische Gesinnungsstrafrecht exekutiert haben. Das Urteil lautet auf 6 Monate Haft, doch nach diesem halben Jahr wird der Priester sofort durch die GeStaPo verhaftet und alsbald in das KZ Dachau transportiert.

Wie viele der Inhaftierten erkrankt Alojs im Hungerwinter 1942/1943 an den Folgen der chronischen Unterernährung. Die Gefangen bekommen kaum zu essen, bei Eiseskälte zwingt man sie, bis zu vierzehn Stunden täglich hart zu arbeiten. Keine Winterkleidung gibt es, keinen Schutz gegen Regen und Kälte. Um Weihnachten erkrankte Alojs an Hungertyphus, die Krankheit grassiert im Lager.

Alojs wird in die Krankenabteilung geschafft, die in Dachau, wie in anderen KZs weniger den Zweck der Behandlung, sondern der zügigen Beseitigung kranker Häftlinge hat. Als er im Sterben liegt, bittet ein Mitgefangener den zuständigen Funktionshäftling, einen Priester zu holen, um dem Sterbenden die Sterbesakramente. Der KaPo reagiert mit den Worten: "Christus will er? eine Spritze bekommt er!"

Am 3.2.1943 wird Alojs Andricki mit einer Giftspritze umgebracht.

Warum hat Alois die Guillotine erwähnt? Mit der Guillotine wurden während des Dritten Reiches verurteilte Verbrecher hingerichtet, doch in den KZs starben die Menschen nicht unter der Guillotine. Über die Mordpraxis in den Konzentrationslagern war Alois Andritzki gut informiert. Daß er genau wußte, daß auch Priester in KZs transportiert wurden, um sie dort umzubringen, wurde ihm zum Verhängnis, weil er es aussprach. Dachte Alois an den Terreur der Französischen Revolution? Sicher nicht zu Unrecht. Deren wichtigstes Mordinstrument war die Guillotine. Mehr als 8.000 Priester, Mönche und Nonnen starben während der Zeit des jakobinischen Terrors und der Phase der Dechristianisierung unter dem Fallbeil.  Alois hatte die geistigen Vorväter des Naziterrors im Sinn, als er den fatalen Satz sprach, der ihn selbst ins KZ führen würde.

Samstag, 11. Juni 2011

Rotgrüne Familienpolitik à la francaise


Demonstriert nicht auch die sich als feministisch verstehende "pro familia" gegen den Papst? Seit an seit mit linksfeministischen Gruppen wie der eigentlich honorigen "terre des femmes", sogenannten Frauengesundheitszentren etc. pp.?

Wo wir gerade eben bei Alice Schwarzer und ihren vor allem grünen letztlich aber schwarzrotgelbgrünen Adepten sind (familienpolitisch haben wir es längst mit der CSFDGE zu tun, der christsozialfreidemokratischgrünenEinheitspartei), so gibt es bei Alice Schwarzer kaum ein Wort, das sie mit größerer Verachtung aussprechen kann als das Wort "Mutterkreuz". Eva Hermans Buch "Das Eva-Prinzip" war für unsere bundesverdienstbekreuzte Oberemanze etwa eine "Suada zwischen Mutterkreuz und Steinzeitkeule". Eva Herman befinde sich auf dem "Mutterkreuzzug" befand der Chef des NDR und warf die Moderatorin raus.

Auf dem Mutterkreuzzug befindet sich allerdings vor allem Alice Schwarzer selbst seit langem, ebenso wie ihr Produkt "Emma", ebenso wie ihre angegraute Mitkämpferin Elisabeth Badinter. Auf dem Anti-Mutterkreuzzug. Nichts gräßlicher als die "Neue Mütterbewegung" nicht verwerflicher als - lesen wir bei Miß Badinter - eine harmlose Bewegung, die lediglich das Stillen fördert, wie die "la leche league". Kinder kriegen geht noch. Stillen ist des Teufels. Hat da wer was von Gebärmaschine gesagt?

Klar, daß da die vor allem in germanischen Gazetten so beliebte Faschismuskeule geschwungen wird. Vor allem in der allerteutonischsten Gazette, der EMMA. Natürlich ist er Muttertag eine nazistische Erfindung. Selbstverständlich ist das Mutterkreuz der Ausdruck einer Frauenunterdrückung, die einfach faschistischen Ursprung sein muß.

Der verlinkte Artikel hat es übrigens in sich. Offenbar ohne jede Kenntnis von der "Verlinkung" dieser Person, wird da von Hans Harmsen berichtet.
In der Weimarer Republik begann der Werbefeldzug der Blumenhändler für den deutschen Muttertag erste Blüten zu treiben. Ein "zu starkes Hervortreten der Blumengeschäftsinhaber", darüber war sich ihr Verband im klaren gewesen, würde der Muttertagsidee "nicht zum Vorteil" gereichen. Deshalb hatte er nach "irgendeiner gemeinnützigen Gesellschaft" gesucht, mit der sich die Idee von "neutraler Stelle" aus verbreiten ließ. Diese fand sich in der Arbeitsgemeinschaft der Volksgesundung, einer 1919 gegründeten Vereinigung, die sich "volkserzieherisch im Sinne geistiger Erneuerung und körperlicher Ertüchtigung unter besonderer Berücksich tigung bevölkerungspolitischer Bestrebungen" betätigte. Ihr gehörten Vertreter staatlicher Behörden, der Kirchen und freien Wohlfahrtsverbände an.
Die treibende Kraft in der Arbeits gemeinschaft für Volksgesundheit, Geschäftsführer Hans Harmsen, war gleichzeitig auch als Mitglied des Centralausschusses der Inneren Mission, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Evangelischen Krankenanstalten und als Vorsitzender der von ihm initiierten Evangelischen Fachkonferenz für Eugenik tätig. Harmsen sah im Muttertag eine "überaus günstige Möglichkeit", die Ziele des Verbandes auch jenen Kreisen näherzubringen, die bisher dafür nicht zugänglich waren.
Nun war Hans Harmsen ja nicht nur Eugeniker und Rassehygieniker, sondern auch eine Figur, die eine höchst innige Verbindung zur kinder-, ehe-, männer-, und familienfeindlichen Fraktion der Frauenbewegung der 60er hatte. Prof. Hans Harmsen war gewissermaßen der "Vater" von "pro familia".  Bis in die 80iger Jahre Vorsitzender, dann Ehrenvorsitzender. Wie schon die frühe Feministin und "Mutter der Pille" und Gründerin des Margaret Sanger ein Eugeniker der gnadenlosen Art. (Wer übrigens den Eintrag bei wikipedia liest, wird diesen Zusammenhang nicht finden.)

pro familia ist ja heute bei jeder militanten radikalfeministischen Anti-Lebensrecht-Demo dabei, gell, Mädels. Und wie ich aus meiner (ja so isses halt) anwaltlichen Praxis weiß, ist pro familia, von meinen feministischen Kolleginnen meistens liebevoll profa genannt, die Beratungsgesellschaft, die frau empfiehlt.

Nun ist weder der Muttertag, noch das Mutterkreuz eine Nazi-Erfindung. Die "Medaille d`Honneur de la Famille Francaise" wird französischen Müttern, die mehr als 4 Kinder geboren haben schon seit dem 26. Mai 1920 verliehen. Mittlerweile gendermäßig korrekt auch den Vätern. Bronze für 4-5, Silber für 6-7, Gold für 8-9 Kinder. Die Medaille gibt es bis heute. Die Medaille gibt es seit mehr als 90 Jahren unabhängig von der couleur der jeweiligen Regierung. Ebenso wie die immer noch zahlreichen französischen - häufig sehr katholischen - Großfamilien, die der Grund dafür sind, daß die durchschnittliche Geburtenrate französischer Frauen deutlich über der deutschen liegt.

Alice und Emma hätten es wissen können, wird doch das französische Mutterkreuz noch immer verliehen, ohne daß in Frankreich irgendwer von "faschistischer Ideologie" faselt. Die nazistische Verstrickung der Gründer der in heutiger Sicht links-feministischen pro familia ist dagegen unbestreitbar.

Dienstag, 31. Mai 2011

1. Juni 1961: als sich Deutschland die Kugel gab.


Vergiß 68. Gegen die fundamentale Revolution, die in Deutschland am 1. Juni 1961 begann, war 68 ein nasser Furz im Wind. Die Zulassung der "Anti-Baby-Pille" Anovlar von Schering leitete eine Revolution im Verhältnis der beiden Geschlechter ein, gegen deren fundamentale Wirkung alle anderen Revolutionen der vergangenen Jahrzehnte verblassen.

Die katholische Kirche reagierte auf diese Revolution erst Jahre später. 1968 erschien die Encyklika humanae vitae. damals erschien sie uns, die wir ja schon in der Welt des New Moral Code lebten, völlig aus der Zeit gefallen. Paul VI wurde von uns als Pillen-Paule verspottet, und liest man sich heute Zeitungsartikel über die Reaktion der katholischen Kirche stellt man in der Regel fest, daß dies wohl die am meisten zitierte, aber am wenigsten gelesene Encyklika der Kirchengeschichte ist. (Meist liest man das dumpfe Vorurteil, daß nach Auffassung der Kirche der eheliche Akt nur dem Zweck der Zeugung von Kindern dienen dürfe. Auf diesen Unfug gründen sich ganze "Wissenschaftler-" und "Schriftsteller"karrieren.)

Die düsteren Prognosen der Encyklika wurden in den Wind geschlagen.
Verständige Menschen können sich noch besser von der Wahrheit der kirchlichen Lehre überzeugen, wenn sie ihr Augenmerk auf die Folgen der Methoden der künstlichen Geburtenregelung richten. Man sollte vor allem bedenken, wie bei solcher Handlungsweise sich ein breiter und leichter Weg einerseits zur ehelichen Untreue, anderseits zur allgemeinen Aufweichung der sittlichen Zucht auftun könnte. Man braucht nicht viel Erfahrung, um zu wissen, wie schwach der Mensch ist, und um zu begreifen, daß der Mensch - besonders der Jugendliche, der gegenüber seiner Triebwelt so verwundbar ist - anspornender Hilfe bedarf, um das Sittengesetz zu beobachten, und daß es unverantwortlich wäre, wenn man ihm die Verletzung des Gesetzes selbst erleichterte. Auch muß man wohl befürchten: Männer, die sich an empfängnisverhütende Mittel gewöhnt haben, könnten die Ehrfurcht vor der Frau verlieren, und, ohne auf ihr körperliches Wohl und seelisches Gleichgewicht Rücksicht zu nehmen, sie zum bloßen Werkzeug ihrer Triebbefriedigung erniedrigen und nicht mehr als Partnerin ansehen, der man Achtung und Liebe schuldet.
Hat das jemand gelesen, oder gar beherzigt? Durchaus. Nicht die Oswald Kolles dieser Welt, wohl aber die vielbeschimpften 68er selbst.
"Die Anti-Baby-Pille liefert das biologische Fundament, auf dem sowohl die bewußte Bestimmung der Frau über ihren Körper als auch neue Formen der Versklavung des Körpers und des Bewußtseins aufbauen könne. Die Anti-Baby-Pille kann auch dazu dienen, der Frau ihr letztes natürliches Argument aus der Hand zu schlagen, wenn sie sich verweigern will." (Bundesvorstand des AUSS 1971)
Die Pille müssen wir mit dem Tod der erotischen Liebe bezahlen. ... Liebe gründet in der Sehnsucht, in der Sehnsucht nach der geliebten Person. Sie ist nicht frei vom Geschlechtlichen. Je größer die Sehnsucht nach Vereinigung mit dem geliebten Menschen ist, um so größer ist die Liebe. Hebt man nun dieses Tabu des Geschlechtlichen auf, fällt die Schranke, die Sehnsucht weitgehend erzeugt, dann verliert die Liebe ihre Basis. ... Die Pille macht Romeo und Julia zu einem Museumsstück. Lassen Sie es mich drastisch sagen: Heute würde Julia ihrem Romeo erklären, daß sie nur noch schnell die Pille nehmen wolle und dann zu ihm komme. (Max Horkheimer, die Sehnsucht nach dem ganz anderen)
Für so manchen Memorandisten und WiSiKiler wäre die Lektüre der "Klassiker" ja vielleicht gar nicht so falsch.

Die Richtigkeit der Prognosen von Paul VI lässt sich mit harten statistischen Fakten beweisen. Im annus horribilis 1961wurden in Deutschland 699.339 Ehen geschlossen und 75.493 Ehen geschieden. Im Jahr 2009 wurden 378.439 Ehen geschlossen und 185.817 Ehen geschieden. 1961 wurden 1.313.505 Kinder geboren, 2009 665.129.  Ein dramatisches Absinken der Eheschließungszahlen und ein dramatischer Anstieg der Scheidungszahlen. Und wer behauptet, der Rückgang der Geburtenzahlen habe mit dem Niedergang der "traditionellen Ehe" nichts zu tun, versteht nichts von Mathe und gar nichts von Statistik-

Man könnte also schon sagen, daß sich statistisch gesehen "Deutschland abschafft". Wer das aber nun behauptet, riskiert bekanntlich seinen Job. Wer das Gegenteil behauptet, ist in der Regel fein raus.

Vor zwei Tagen fiel mir ein Artikel auf, in dem eine solcherart hochgeehrte Wissenschaftlerin unumwunden erklären, daß ihr der Bevölkerungsrückgang herzlich egal ist. Sie schlägt vielmehr vor, bei Müttern und potentiellen Müttern noch weiter die Daumenschrauben anzuziehen, Das Familiensplitting abzuschaffen (was de facto zur Verarmung von Familien führen würde) und das Kindergeld zu kürzen (dito). All dies, um die Frauen an die Werkbänke zu treiben. Auf die Frage, ob sie dieses Konzept nicht schizophren findet, wenn es doch darum gehe, daß mehr Kinder geboren werden, lesen wir die unverblümte Antwort: "Ich halte nichts von dieser Geburtenpolitik, diesem Drohbild, daß die Deutschen aussterben."

Nun ist das ja kein "Drohbild" sondern statistisch erhärtetes Faktum. Ist aber ja egal, dann brauche man eben ein "klares Bekenntnis zur Zuwanderungspolitik".

Da hat mich doch interessiert, was das für eine Person ist, die sowas schreibt. Professorin, unverheiratet, ein Kind, Leiterin eines wirtschaftswissenschaftlichen Instituts. Ihre letztes Buch hatte den Titel "Verschenkte Potenziale. Lebensverläufe nichterwerbstätiger Frauen." 2011 wurde sie mit dem "Berliner Frauenpreis" geehrt. Im Gremium das diesen Preis verleiht finden wir eine alte Bekannte. Frau Anetta Kahane, Leiterin der Antonio Amadeu-Stiftung. Kahane hat sich bekanntlich 2010 massiv für eine Gegendemonstration gegen einen Trauermarsch christlicher Lebensschützer eingesetzt. Paßt doch.

Deutschland treibt sich ab. Könnte man mal ein Buch drüber schreiben.

Samstag, 28. Mai 2011

amnesty wird 50. Kein Grund zum Feiern.


Nur wenige Menschen können so wunderbar verknautscht in die Kamera sehen, wie Peter Benenson, der Gründer von amnesty international. Irgendwie sympathisch.

Die von ihm gegründete Organisation, der ich selbst Jahrzehnte angehört habe, ist mir hingegen heute nicht nur nicht sympathisch. Vor rund vier Jahren hab ich den Verein "unter Absingen schmutziger Lieder" hinter mir gelassen. Konkreter Anlaß war die "Entdeckung" eines vorgeblichen Rechts auf "reproductive health"durch amnesty, für die, die sich vom Newspeak des Gutmenschentums noch verwirren lassen, des "Menschenrechts auf Abtreibung". amnesty, einst gegründet zur Verteidigung von Menschen, die ihr Gewissen und die Inanspruchnahme des Rechts auf freie Meinungsäußerung ins Gefängnis brachte, ficht heute gegen Gesetze, die die Tötung von ungeborenen Kindern verbieten. "Reproductive health is a human right". Newspeak, wie man in sich verlogener und perfider kaum vorstellen kann.

Irene Khan. ehemalige Generalsekretärin von ai, hat 2006 die neue Pro-Abtreibungspolitik von amnesty in einem Interview mit der Schweizer "Weltwoche" damit begründet, daß es "gemäß Menschenrechtsgesetzgebung" "kein Recht auf Leben für einen Fötus", das sei auch"die Position des Europarats". Womit Irene Khan, zumindest bezogen auf den Europarat, so unrecht nicht hat.

Anfang des Jahres war zu lesen, daß Frau Khan, die immer so stolz darauf war, die erste Frau und die erste Muslimin an der Spitze von ai zu sein, sich den Abschied von ai mit einer Abschlußzahlung von 533.103 £ hat vergolden lassen.

Der Gedanke daran, mit welchen Idioten ich viele Jahre meines Lebens meine Zeit verplempert habe, dreht mir heute abend mal wieder den Magen um.

War amnesty eine politische und humanitäre Fehlinvestition? Haben tausende von hochherzigen, engagierten Menschen nur ihre Zeit verschwendet? Es spricht einiges dafür. amnesty war eine, wie Augstein sagen würde "im Zweifel linke" Organisation. Der Anspruch der Universalität der Menschenrechte wurde nie wirklich umgesetzt. Politisch hatte ai stets einen blinden Fleck auf dem linken Auge. Angesichts der Herkunft ihrer Gründer kein Wunder. 

Doch an der Realität der politischen Verfolgung auf dieser Welt geht ai seit Jahren vorbei. Die wachsende Verfolgung religiöser, meist christlicher Minderheiten ist kaum Thema. Wer auf solche Informationen angewiesen ist, wie der Rechtsanwalt "Johannes" muß sich woanders umsehen.

Peter Benenson konvertierte als junger Mann zur katholischen Kirche. Sein Glaube war unbestritten eine der Triebfedern seines Engagements für Gefangene und Verfolgte. ai propagiert heute nicht nur das "Menschenrecht auf Abtreibung" sondern ermutigt auch "Gay Pride"-Aufmärsche, die die Kirche verspotten und beleidigen. In seinem aktuellen Jahresreport wird der Vatican-Staat gar als "Verfolgerstaat" eingestuft.

Montag, 16. Mai 2011

Eine Predigt Kardinal von Galens zum casus Gunter Sachs.


Ich habe mir nach Jahren der Abstinenz wieder den Stern gekauft, ich wollte einfach wissen, wie wohl die propagandistische Speerspitze des "New Moral Code" den "mannhaften" "Freitod" Gunter Sachs kommentieren würde. Überschrift und Kommentar im "Stern" haben mich nicht überrascht. "Die letzte Freiheit: Gunter Sachs starb, wie er lebte: selbstbestimmt". So kennen wir den "Stern", ich erinnere mich noch gut an die morbide "Wir haben abgetrieben" -Kampagne. Nun also "Ich habe mich erschossen". Nach einer lobenden Erwähnung des publizistisch wohl vorbereiteten Selbstmords Jean Amérys
"der österreichische Schriftsteller Jean Améry hat in seinem Buch "Hand an sich legen" den Freitod nicht als verwerflichen Selbstmord beschrieben, sondern als letzten Akt der Freieheit eines Menschen verteidigt. Das war damals, 1976, für viele noch eine Tabubruch."
lesen wir im aktuellen Stern:
"Als letzte Freiheit, die er sich nahm, will auch Gunter Sachs anscheinend seinen Suizid verstanden wissen. Seine Entscheidung, lieber zu sterben, als mit Alzheimer dahinzusiechen, verdient Respekt. Zur Würde des Menschen gehört auch, selbst zu entscheiden, wann es keinen Sinn mehr hat."
Und wann macht es keinen Sinn mehr? Ich glaube, daß man den folgenden Satz, immer und immer wieder lesen sollte, und ihn sich einprägen sollte:
Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.
Wer also die "geistige Kontrolle" nicht mehr besitzt ist "würdelos" mit der Folge, daß diesem Zustand "entschieden entgegenzutreten" ist. Daß Sachs sich ja gewissermaßen selbst entschieden entgegentritt, macht es nicht besser, denn es geht ihm ja um den Zustand, dem entgegenzutreten ist.

Ganz besonders entschieden sind bekanntlich die Nazis diesem "Zustand" entgegengetreten. Kardinal von Galen hat in seiner berühmten Predigt vom 3. August 1941 die Theorie von der Würdelosigkeit des "lebensunwerten Lebens" Geisteskranker wie folgt kommentiert:
“Seit einigen Monaten hören wir Berichte, dass aus Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke auf Anordnung von Berlin Pfleglinge, die schon länger krank sind und vielleicht unheilbar erscheinen, zwangsweise abgeführt werden. Regelmäßig erhalten dann die Angehörigen nach kurzer Zeit die Mitteilung, der Kranke sei verstorben, die Leiche sei verbrannt, die Asche könne abgeliefert werden. Allgemein herrscht der an Sicherheit grenzende Verdacht, dass diese zahlreichen unerwarteten Todesfälle von Geisteskranken nicht von selbst eintreten, sondern absichtlich herbeigeführt werden, dass man dabei jener Lehre folgt, die behauptet, man dürfe sogenanntes lebensunwertes Leben’ vernichten, also unschuldige Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert. Eine furchtbare Lehre, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will, die die gewaltsame Tötung der nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden, Krüppel, unheilbar Kranken, Altersschwachen grundsätzlich freigibt!"
"Hast du, habe ich nur solange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind, solange wir von anderen als produktiv anerkannt werden? Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, dass man den ‘unproduktiven’ Mitmenschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach werden! Wenn man die unproduktiven Mitmenschen töten darf, dann wehe den Invaliden, die im Produktionsprozeß ihre Kraft, ihre gesunden Knochen eingesetzt, geopfert und eingebüßt haben! Wenn man die unproduktiven Mitmenschen gewaltsam beseitigen darf, dann wehe unseren braven Soldaten, die als schwer Kriegsverletzte, als Krüppel, als Invaliden in die Heimat zurückkehren! Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, ‘unproduktive’ Mitmenschen zu töten - und wenn es jetzt zunächst auch nur arme, wehrlose Geisteskranke trifft -, dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an den unheilbar Kranken, den arbeitsunfähigen Krüppeln, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben. Dann braucht nur irgendein Geheimerlaß anzuordnen, dass das bei den Geisteskranken erprobte Verfahren auf andere ‘Unproduktive’ auszudehnen ist, dass es auch bei den unheilbar Lungenkranken, bei den Altersschwachen, bei den Arbeitsinvaliden, bei den schwerkriegsverletzten Soldaten anzuwenden ist. Dann ist keiner von uns seines Lebens mehr sicher. Irgendeine Kommission kann ihn auf die Liste der ‘Unproduktiven’ setzen, die nach ihrem Urteil ‘lebensunwert’ geworden sind. Und keine Polizei wird ihn schützen und k e i n Gericht seine Ermordung ahnden und den Mörder der verdienten Strafe übergeben!"
Nun wissen wir nicht, was Gunter Sachs bei seinem Selbstmord wirklich angetrieben hat. Der eigentümlich verquere Satz, in dem sich Sachs selbst gegenüber tritt, könnte vielleicht auch Ausdruck einer Erkrankung sein. Aber die Sätze, für die er jetzt von den Propagandisten des neuen moralischen Codes bejubelt wird, offenbaren ihren fatalen Sinn, wenn man sie auf den "assistierten Freitod" einer artikulationsunfähigen Person bezieht.

Erst vor nicht langer Zeit, hat der Gesetzgeber unseres Landes den assistierten Selbstmord durch Unterlassen legalisiert, die Gerichte haben die Neuregelung umgesetzt. Das Perfide an dieser Gesetzgebung ist, daß die Tötung einer artikulationsunfähigen Person schon dann legal ist, wenn es dem "mutmaßlichen Willen" dieser Person entspricht. Wenn aber nun Gunter Sachs nicht nur für sich, sondern auch für andere diesen mutmaßlichen Willen artikuliert, wenn sich die Meinung durchsetzt, daß ein Alzheimer-Kranker in der Regel lieber sterben als leben will, gibt es keine argumentative Schranke mehr gegen den assistierten "Freitod" eines Dementen.
Und keine Polizei wird ihn schützen und kein Gericht seine Ermordung ahnden.

Sonntag, 15. Mai 2011

Der Märtyrer des Ehesakraments


25 Jahre hat es gedauert von der Einleitung des Seligsprechungsverfahrens bis zur Seligsprechung der Märtyrerpfarrers Georg Häfner. Nichts also von Santo subito, sondern eher das gut Ding, das Weile braucht. Dabei war Georg Häfner keineswegs umstritten, er war eben nur ein unbedeutender Land-Priester, der schon zu seinen Lebzeiten nicht weiter auffiel, der nicht bekannt wurde als großer Prediger, als großer Mystiker oder als großer katholischer Denker. Ein kleiner Landpfarrer, nicht mehr.

Vielleicht war sein Seligsprechungsprozeß auch deshalb so mühsam, und als es endlich soweit war, fanden sich denn auch und gerade deshalb, weil hier eine "Kleiner" seliggesprochen wurde, die "Kritiker", die offenbar jeden Seligsprechungsprozeß heute "kritisch" begleiten.

Auch die sind diesmal ein bißchen kleiner, es sind nicht gleich Hans Küng oder Heiner Geißler, die das Seligsprechungsnörgeli machen, sondern bloß WiSiKi-Sprecher Magnus Lux.
Magnus Lux, Sprecher der Kirchenreformbewegung „Wir sind Kirche“, hält Selig- und Heiligsprechungen für mittelalterlich, inflationär vollzogen und spricht angesichts von etwa 300.000 Euro Kosten für das Bistum Würzburg von Geldverschwendung. „Das sind unzeitgemäße Formen, die gerade die Leute heute nicht mehr ansprechen.“ Die Menschen suchten sich ihre Vorbilder selber.
Georg Häfner wurde am 31. Oktober 1941 durch die GeStaPo verhaftet und verbrachte zunächst 6 Wochen in einer Haftanstalt. Das Urteil aber war bereits am 3. Oktober gesprochen worden. Der Reichsführer SS hatte bereits an diesem Tag die Überführung des Pfarrers in "Schutzhaft" und seine Verbringung in ein KZ angeordnet.

Der Pfarrer hatte den Hitlergruß verweigert. Mehrfach war der Pfarrer von treuen Volksgenossen wegen kritischer Äußerungen denunziert worden. Vor allem die linientreuen Lehrer der Schule, an der er unterrichtete, sollen ihm das Leben schwer gemacht haben. Die meisten Anzeigen stammten aus den Reihen der "lieben Kollegen". Häfner untersagte man schließlich den weiteren Unterricht an einer Schule. Seine Predigten wurden überwacht.

Die mörderische Wut des Apparates aber hatte eine Handlung provoziert, die der Priester in korrekter Anwendung des Kirchenrechts und in Ausübung seiner priesterlichen Pflicht vollzogen hatte: die kirchliche Beerdigung eines NSDAP-Parteigenossen. Der Parteigenosse und Forstwart Michael Wünsch hatte den Pfarrer um die Sterbesakramente gebeten. Wünsch aber lebte in "wilder Ehe", er war nach Scheidung mit seiner zweiten Frau standesamtlich verheiratet. Um also die Sterbesakramente erteilen zu können, war zunächst dieser kirchenrechtliche Makel zu beseitigen. Wünsch unterschrieb daher eine Erklärung mit folgendem Wortlaut: "Ich, Wünsch, erkläre hiermit, dass ich die mit Dora Benkert geschlossene Zivilehe vor Gott und meinem Gewissen als nichtig erkläre und mich den Gesetzen Gottes und der Kirche unterwerfe. Das von mir durch diese Ehe öffentlich gegebene Ärgernis soll durch öffentliche Bekanntgabe dieser Erklärung wieder gut gemacht werden. Dies erkläre ich hiermit feierlich."

Die Erklärung wurde öffentlich verlesen, wie es Vorschrift und Brauch war. Das aber brachte nun den Ortsgruppenleiter auf den Plan, der es offenbar nicht verwinden konnte, daß ein Parteimitglied sich auf dem Sterbebett mit der Kirche versöhnte, statt sich mit einem stattlichen Parteibegräbnis zufrieden zu geben. Die Wut des obersten Orts-PGs wird auch noch gesteigert haben, daß sich Häfner erdreistete, eine vor staatlichen Behörden korrekt geschlossene Ehe infrage zu stellen, sich also in Dinge einmischte, die ihn "nichts angingen". Häfner zog, kurz gesagt, gegen die Ersatzreligion von Partei und Staat zu Felde. Der Pfarrer wurde nochmals angezeigt, bald darauf erfolgte seine Verhaftung.

Die diversen Kommentare in Printmedien und Netz zeigen, daß "aus Sicht der Nachgeborenen" der Vorgang "abseitig wirkt". Wieso sich Ärger einhandeln, bloß weil da einer wiederverheiratet in "wilder Ehe" zusammenlebt? Kann man sich ernsthaft vorstellen, daß ein "heutiger" Pfarrer die Sterbesakramente verweigert, weil der Sterbende geschieden und wiederverheiratet ist? Und kann man sich vorstellen, daß "ein Heutiger" deshalb gar noch das Martyrium auf sich nimmt, um der Heiligkeit des Sakraments der Ehe willen? Stattdessen kann man sich sehr gut den Aufschrei vorstellen, würde ein heute lebender Priester so "herzlos" handeln wie 1941 Georg Häfner. Vermutlich würde WiSiKi am lautesten schreien.
... er hatte sich für seine entscheidende Auseinandersetzung mit dem NS-System ein Thema gesucht, das aus Sicht der Nachgeborenen abseitig wirkt. Ins Lager brachte ihn kein Konflikt um Hitlers Angriffskriege, um Rassenwahn oder Judenverfolgung, sondern einer um Scheidung, Wiederheirat und eine kirchliche Beerdigung.
lesen wir in der FAZ, in einem im übrigen lesenswerten Artikel. Es ging also "bloß" um die Sakramente der Kirche.

Georg Häfner wurde im KZ halb tot geprügelt, nach nur acht Monaten Haft starb Landpfarrer Häfner. Er ist mit einiger Sicherheit verhungert. Im Pfarrerblock des KZ Dachau war das eine der häufigsten Todesursache. Sie grassierte vor allem im Todesjahr Georg Häfners.

Im Pfarrerblock des KZ Dachau waren 2.720 Priester aus ganz Europa inhaftiert. Die katholischen Priester stellten mit 2579 Häftlingen fast 95% der Inhaftierten. 1034 Pfarrer starben im KZ, an Folter, Unterernährung, Seuchen.

Die Diözese Würzburg hat eine sehr sehens- und lesenswerte Seite zur Seligsprechung Georg Häfners gestaltet. Überhaupt ist die Diözese auf allen Kanälen präsent.

Ein kleiner Hint zum Schluß. Wie alle revolutionären Bewegungen, waren auch die Nazis letztlich "Anti-Marriage". Häfners  Handlung war keineswegs "abseitig". Sie traf offenbar den Nerv eines totalitären Systems.

Dienstag, 10. Mai 2011

Gunter Sachs Selbstmord und Mr. Archers Golden Age


Pünktlich zum Beginn der "Woche für das Leben", hat sich Gunter Sachs, Unternehmer, Künstler und - so liest man insbesondere in der internationalen Presse - Brigitte Bardot´s Third Husband - Ehemann und Vater dreier Kinder umgebracht. Genauer gesagt, erschossen, noch genauer gesagt mitttels eines Kopfschußes erschossen. Seiner Familie hat er einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem man lesen kann:
In den letzten Monaten habe ich durch die Lektüre einschlägiger Publikationen erkannt, an der ausweglosen Krankheit A. zu erkranken.
Ich stelle dies heute noch in keiner Weise durch ein Fehlen oder einen Rückgang meines logischen Denkens fest – jedoch an einer wachsenden Vergesslichkeit wie auch an der rapiden Verschlechterung meines Gedächtnisses und dem meiner Bildung entsprechenden Sprachschatzes. Dies führt schon jetzt zu gelegentlichen Verzögerungen in Konversationen.
Jene Bedrohung galt mir schon immer als einziges Kriterium, meinem Leben ein Ende zu setzen.
Ich habe mich großen Herausforderungen stets gestellt.
Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.
Die Bild-Zeitung findet diesen Abschiedsbrief bewegend.  Ich auch. Nur hat er mich wahrscheinlich anders bewegt, als den veranwortlichen Bild-Redakteur. Sachs hatte die Befürchtung - nicht die Gewißheit - an Alzheimer erkrankt zu sein. Dies hat schon genügt. Nicht mehr alles unter Kontrolle zu haben ist für ihn eine "große Herausforderung" der sich Gunter Sachs gestellt hat - mit einem "mannhaften" Kopfschuß.

Irgendwie archaisch, wie die bourgeoisen Pleitiers des 19. Jahrhunderts, die sich angesichts der Schande des Bankrotts angetan mit Bratenrock, Vatermörder und Plastron mit ihrer Offizierswaffe erschossen. Und irgendwie ganz schrecklich modern. Im Sinne des "New Moral Code", den ich auf diesem Blog schon häufiger thematisiert habe.
Erfülltes Leben, davon sind Christen überzeugt, hängt nicht davon ab, ob Menschen gesund oder krank oder behindert sind.
Lesen wir hier. Eine Botschaft, die nicht ankommt, sicher auch deshalb, weil jeder weiß, daß die Unterzeichner dieses Aufrufs, die EKD und die DBK sich längst nicht mehr einig sind in der Frage des Schutzes des ungeborenen Lebens, in der Frage von Abtreibung, Embryonenschutz, PID, und ebensowenig in der Frage des assistierten Selbstmordes am Ende eines Lebens. Hat es die "Woche für das Leben" in irgendeiner Zeitung wenigstens auf die dritte Seite gebracht? Hat man irgendwo mehr als eine viertel Spalte lesen können? Was die "Kirche" zu sagen hat, ist nur noch ein Flüstern, nur noch ein "Nein, aber".

Hingegen wird der "mannhafte" Tod von Gunter Sachs fast schon - man lese bitte die größte Zeitung Deutschlands - als Heldentat bejubelt. "Wir haben Günters Entscheidung zu akzeptieren und zu respektieren" (Niki Lauda); "Das muß man respektieren. Da gehört viel Mut dazu und das passt zu ihm." (Udo Jürgens), "Aber trotz allem passt dieser Abgang zu seinem stets so konsequenten Lebensstil" (Eckart Witzigmann).

Die Botschaft des "Neuen Goldenen Zeitalters", die Botschaft des mannhaften, des mutigen, des respektablen "Freitodes" kommt lautstark daher, auf allen Titelseiten und weitestgehend ohne auch nur die leiseste Kritik.

Von Brigitte Bardot, heute, vielleicht ja auch schon immer, eine tiefgläubige Katholikin hört man nur, daß sie diese Nachricht sprachlos gemacht hat. Wie Frau und Kinder von Gunter Sachs den Selbstmord ihrers Mannes und Vaters verstanden haben, sagt uns die Presse nicht.

Mit diesem Wochenende ist das Golden Age des Mr. Archer wieder ein wenig näher gerückt.
Mr. Archer schlägt vor, im "Goldenen Zeitalter" Münzeinwurfmaschinen aufzustellen, in denen man sich selbst für einen Penny umbringen kann. In dieser Frage stehe ich denen, die sich selbst liberal und human nennen,  absolut feindlich gegenüber. Selbstmord ist nicht nur eine Sünde, es ist die Sünde. Selbstmord ist das endgültige und absolute Übel, die Negation des bloßen Interesses an der Existenz; die Negation des heiligen Lehnseides auf  das Leben. Der Mensch, der einen Menschen tötet, tötet einen Menschen. Der Mensch, der sich selbst umbringt, bringt alle Menschen um; soweit es ihn selbst angeht, löscht er die ganze Welt aus. Seine Handlung ist verdammenswerter (symbolisch gesehen) als jede Vergewaltigung und jeder Bombenanschlag. Denn sie zerstört alle Häuser, sie beleidigt alle Frauen. Der Dieb ist zufrieden mit Diamanten: der Selbstmörder ist es nicht: das ist das Verbrechen. Mit nichts kann man ihn bestechen, nicht einmal mit dem strahlenden Glanz der Steine der Himmlischen Stadt.  Der Dieb macht den Dingen, die er stiehlt, ein Kompliment, wenn nicht dem Eigentümer seines Diebsguts. Aber der Selbstmörder beleidigt alles auf dieser Erde, indem er es nicht stiehlt. Er zerpflückt jede Blume, indem er sich weigert, ihr zuliebe weiterzuleben. Für keine Kreatur, auch nicht die kleinste, ist sein Tod etwas anderes anderes als eine Beleidigung. Wenn sich ein Mann an einem Baum erhängt, sollten die Blätter abfallen wegen dieses Ärgernisses, die Vögel sollten auffliegen vor Zorn: den jedes Blatt und jeder Vogel wurde persönlich beleidigt. Natürlich gibt es viele pathetische Entschuldigungen für diese Handlung. Wie es ja auch oft pathetische Rechtfertigungen für eine Vergewaltigung gibt, und fast immer für Dynamit. Aber soweit es um klare Ideen und den Sinn einer Handlung geht, findet sich mehr rationale und philosophische Wahrheit in der Beerdigung an einer Straßenkreuzung und dem Pflock, der durch den toten Körper getrieben wird, als in Mr. Archers automatischen Selbstmordmaschinen." (Gilbert Keith Chesterton)

Sonntag, 8. Mai 2011

Die Sehnsucht nach dem guten König III


Auf meiner Suche im internet - das Thema der Suche krieg ich nicht mehr zusammen, es war in der Passionszeit und es ging um Begriffe wie Blut oder Opfer - stieß ich  auf ein Gedicht Theodor Körners. Oder besser gesagt, auf das Gedicht Theodor Körners:

Frisch auf, mein Volk! Die Flammenzeichen rauchen,
Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht.
Du sollst den Stahl in Feindes Herzen tauchen;
Frisch auf, mein Volk! – Die Flammenzeichen rauchen,
Die Saat ist reif – ihr Schnitter, zaudert nicht!
Das höchste Heil, das letzte, liegt im Schwerte!
Drück' dir den Speer ins treue Herz hinein! –
Der Freiheit eine Gasse! – Wasch' die Erde,
Dein deutsches Land, mit deinem Blute rein!

Hätt ich das während meiner protestantisch-pazifistisch geprägten Schulzeit lernen müssen, ich hätt´wahrscheinlich die Schule gewechselt. Körner war Mitglied des Lützowschen Freikorps, Held, Märtyrer und Dichter der Befreiungskriege gegen Napoleon. Auch nichts, womit ich mich vor mehr als  vierzig Jahren hätte identifizieren wollen. War ich doch damals von Lehrern umgeben, die mit verzückt gen Himmel verdrehten Augen von den großartigen Reformen der napoleonischen Zeit schwärmten, dem Straßenbau, dem Code civil, der Vernichtung der deutschen Kleinstaaterei usw. usf. Ganz zu schweigen von den Lehrern und Professoren, die keine Gelegenheit ausließen, die "versäumte" deutsche Revolution zu beklagen, daß man hierzuland vor 200 Jahren nicht auch Köpfe abgeschnitten hat.

Google aber ist unerbittlich. Bei der Suche nach den Eingangszeilen des Körnerschen Gedichts fand ich ausgerechnet die Urteilsbegründung Roland Freislers, des Alptraumjuristen an Hitlers "Volksgerichtshof", im Verfahren gegen die Geschwister Scholl.
Sie sagen der Partei Kampf an, der Tag der Abrechnung sei gekommen, und scheuen sich nicht, ihren Aufruf zum Kampf gegen den Führer und die nationalsozialistische Lebensart unseres Volkes mit dem Freiheitskampf gegen Napoleon (1813) zu vergleichen und auf ihn das Soldatenlied "frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen" anzuwenden!!!
Ein todeswürdiges Verbrechen, denn in den Augen Freislers "gehörte" Körner der nationalsozialistischen Bewegung. Und wenn ich der Dokumentation der bpb glauben soll, war die Berufung der Gruppe um die Geschwister Scholl auf Körner ein so verabscheuungswürdiges Delikt, das der wohl furchtbarste Jurist der deutschen Geschichte dies mit drei Ausrufezeichen hervorheben mußte.

Körner war, wie wir in seinem Gedicht weiter lesen können, ein glühender Anhänger des preußischen Königshauses, vor allem der hochverehrten "preußischen Madonna", Königin Luise.

Luise, schwebe segnend um den Gatten!
Geist unsers Ferdinands, voran dem Zug!
Und all' ihr deutschen, freien Heldenschatten,
Mit uns, mit uns und unsrer Fahnen Flug!

In der Namensgebung der "Weißen Rose"  bezogen sich die Geschwister Scholl auf den aristokratischen Widerstand gegen die französische Republik. Mit dem Zitat aus Theodor Körners Gedicht bezogen sie sich auf den Widerstand gegen Napoleon. Die Geschwister Scholl, so dürfen wir schließen, sahen eine dunkle Beziehung zwischen der von "verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique" des Dritten Reiches und der gewöhnlich als europäische Lichtgestalt, als "Weltgeist zu Pferde" (Hegel) verehrten Person Napoleons und der als Aufbruch des Menschenrechts und der Freiheit bejubelten französischen Revolution.

Die "Scholl-Forschung" hat mittlerweile diesen "aristokratischen (und christlichen) Zug" des Widerstands der Weißen Rose zur Kenntnis genommen. Und nutzt sie zur Denunziation des Widerstands.

Die letzte Kronprinzenhochzeit fand in Deutschland im Jahre 1905 statt. Der letzte Kronprinz ließ sich, wie viele von der Weimarer Republik Enttäuschte zunächst von Hitler für dessen Zwecke einspannen geriet aber alsbald in Konflikt mit der NSDAP. Die Verschwörer des 20. Juli, sahen den letzten Kronprinzen des Deutschen Kaiserreichs als Staatsoberhaupt einer parlamentarisch-demokratischen Monarchie vor. Was die Sieger des Zweiten Weltkriegs nicht daran hinderte, den letzten Kronprinzen Preußens zu inhaftieren und jahrelang unter Hausarrest zu stellen. Das Bild zeigt die Ehefrau des letzten deutschen Kronprinzen, Cecilie Herzogin zu Mecklenburg, ihrerseits wieder Tochter einer russischen Großfürstin. 

Freitag, 6. Mai 2011

´s ist Krieg - ein Nachwort


Daß ich die Tötung Osama bin Ladens irgendwie nicht ganz ungut finde, irritiert offenbar viele. Daß ich das Reden über die angeblich "gezielte Tötung" (von der wir noch immer nicht wissen, ob es eine solche war) aus prinzipiellen Gründen für  abwegig halte, finden noch mehr schwer verständlich. Daß ich meine, daß von "rechtsstaatlichem Verfahren", "Unschuldsvermutung", "Menschenrechten" hier völlig überflüssigerweise geredet wird, kapiert schon gar keiner mehr.

Ich versuche mich hiermit an einer Erklärung. 

Es kann hier nicht die Rede sein von der "Festnahme" eines "Verbrechers". Osama Bin Laden ist weder in der Sicht seiner Verfolger, schon gar nicht in seiner eigenen Sicht ein "Verbrecher", so verbrecherisch seine Taten und die Taten von Al Qaida auch gewesen sein mögen. Um zu verstehen, was am "Gerechtigkeitssonntag" (when "justice had been done" (Obama, button unten rechts besser nicht klicken)), dem 1. Mai 2011 geschehen ist, muß man die Dinge so sehen, wie sie die, wie es in PC-Deutsch so schön heißt, Betroffenen sehen. 

Wie sah George W. Bush die Jagd nach Bin Laden? Als war against terrorism.

Wie sieht der Friedensnobelpreisträge Obama die Jagd nach Bin Laden? Als, wie zu hören ist, "war against al Qaida". In diesem Video spricht nicht der President of the United States, sondern der Commander in Chief. Nicht der Justizminister, sondern der Oberbefehlshaber der Armee, der die Aktion gegen Osama Bin Laden kommandiert.

Wie der andere Betroffene es gesehen hat, Osama Bin Laden, wissen wir. Als Feldzug gegen den "Großen Satan". Wir halten fest: Feldzug.

Mit welchem Recht sehen wir es anders? Warum sehen vor allem die "guten Deutschen" eine kriegerische Handlung als Polizeiaktion? Warum ist hier von "Hinrichtung" die Rede, warum von "gezielter Tötung"? Warum polemisiert ein amerikanischer Kommentator gegen die USA und Israel als die "einzigen Staaten, die sich das Recht herausnehmen, ihre Gegner gezielt zu liquidieren".  Warum wedelt Andrew Napolitano mit der Verfassung? Weil er den Kampf gegen Al Qaida nur als "Polizeiaktion" für legitim hält. Und dabei unter den Tisch fallen läßt, daß ein "polizeilicher" Kampf gegen Al Qaida von vorneherein verloren ist.

Unter anderem weil eine Polizeiaktion in Staaten, deren Regierung ihr Gewaltmonopol nicht durchsetzen kann, wie der nicht gefallene, aber fallende Staat Pakistan, dessen Sicherheitskräfte infiltriert sind, scheitern muß. Schon deshalb, weil die Zuständigkeit für diese Polizeiaktion der "falling state" selbst hat. Rechtsstaatlich gesehen, hat der CIA in Pakistan nichts zu suchen. Völkerrechtlich gesehen, haben die "Seals" in Pakistan kein Zugriffsrecht. Bei Achtung rechtsstaatlicher und völkerrechtlicher Normen würde Bin Laden heute noch in seiner Villa sich an seinem Harem erfreuen und Terroraktionen koordinieren.

Aber Al Qaida ist keine Drogendealerbande. Al Qaida ist, was Al Qaida sein will. Eine Partisanenarmee im Kampf gegen die "westliche" Zivilisation, den "Großen Satan".

Sieht man es aus der Sicht Osama Bin Ladens, aus der Sicht eines Soldaten auf dem Feldzug gegen den Großen Satan, wird es auf einmal absurd, von einer "gezielten Tötung" zu reden. Ein Soldat, der sich in einer aussichtslosen militärischen Situation nicht ergibt, wird nicht überleben. Er wird "gezielt getötet". Daß sich Bin Laden ergeben könnte, ist völlig ausgeschlossen.

Und wenn man nach der moraltheologischen Legitimation dieses Krieges sucht, wird man finden, daß auch die katholische Kirche, die niemals die Naturrechtslehre vom "gerechten Krieg" aufgegeben hat, den "war against terrorism" nicht als verwerflich ansehen kann. Dieser Krieg erfüllt alle Voraussetzungen, die ein gerechter Krieg nach der von Augustinus begründeten Lehre erfüllen muß:
- Der Schaden, der der Nation oder der Völkergemeinschaft durch den Angreifer zugefügt wird, muß sicher feststehen, schwerwiegend und von Dauer sein.
- Alle anderen Mittel, dem Schaden ein Ende zu machen, müssen sich als undurchführbar oder wirkungslos erwiesen haben.
- Es muß ernsthafte Aussicht auf Erfolg bestehen.
- Der Gebrauch von Waffen darf nicht Schäden und Wirren mit sich bringen, die schlimmer sind als das zu beseitigende Übel. Beim Urteil darüber, ob diese Bedingung erfüllt ist, ist sorgfältig auf die gewaltige Zerstörungskraft der modernen Waffen zu achten.
Eine äußerst moderne Fassung übrigens, kennt sie doch nicht nur den Krieg zwischen Nationen, sondern auch den "Krieg gegen die Völkergemeinschaft" und erwähnt sie doch die Zerstörungskraft von Massenvernichtungswaffen. Sofern man nicht dem Irrglauben anhängt, daß es genüge, "auf die Menschen zuzugehen", wird kein Mensch, der sich um ein gerechtes Urteil bemüht, den USA absprechen können, einen gerechten Krieg gegen Al Qaida zu führen.

Über den Charakter des Krieges von Al Qaida sollte man sich keine Illusionen hingeben. Osama war der "absolute Partisan." Die USA ist und war in der Vorstellungswelt des Terrors - keineswegs nur des Terrors von Al Qaida, sondern  auch der RAF oder der RZ - der absolute Feind. Wir erleben den Krieg, den der Rechtsphilosoph Carl Schmitt in einer seiner düstersten Visionen voraus-gedacht hat, als "asymmetrischen" Krieg.
„Die Feindschaft wird so furchtbar werden, dass man vielleicht nicht einmal mehr von Feind oder Feindschaft sprechen darf und beides sogar in aller Form vorher geächtet und verdammt wird, bevor das Vernichtungswerk beginnen kann. Die Vernichtung wird dann ganz abstrakt und ganz absolut. Sie richtet sich überhaupt nicht mehr gegen einen Feind, sondern dient nur noch einer angeblich objektiven Durchsetzung höchster Werte, für die bekanntlich kein Preis zu hoch ist. Erst die Ableugnung der wirklichen Feindschaft macht die Bahn frei für das Vernichtungswerk einer absoluten Feindschaft.“ (Carl Schmitt, Theorie des Partisanen, 1963)
Goya Radierung illustriert eine fiktive Szene aus dem spanischen Partisanenkrieg gegen die napoleonische Besatzung. Carl Schmitt hat diesen Krieg in seinem Werk bearbeitet. Die absolute Feindschaft bezog Schmitt allerdings noch auf den Staatsterrorismus. Schmitt dachte an den Albtraum eines nuklearen Krieges. Den Terrorismus der RAF, der als Teil des internationalen Terrorismus nur ein Vorspiel gegen den Terror von Al Qaida war, war nicht Thema der Schrift.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Osama, Wicked Witch



"Ding Dong the Witch is Dead" soll derzeit der Hit bei amerikanischen Straßenfesten anläßlich des Todes von Osama bin Laden sein. Nicht ganz geschmackssicher, aber doch authentischer Ausdruck der fast kindlichen Freude, die wohl die meisten US-Amerikaner empfinden, angesichts der Nachricht vom Tod des gnadenlosesten Massenmörders des 21. Jahrhundert. Allein der Angriff auf das World Trade Center kostete 2.752 Menschenleben. 2.752 Menschen starben, zerquetscht, zerschmettert, zerrissen, erstickt, bei lebendigem Leib verbrannt. Und die fast 3.000 Menschenopfer der Attacken des 11.Sept 2001 waren nur der kleinere Teil der vielen Tausend, die in den Jahren davor und den Jahren danach bei Terroranschlägen und Mordattacken von Al Qaida starben. Die meisten davon waren übrigens selbst Muslime, meist Angehörige anderer muslimischer Konfessionen als der des jüngst verstorbenen Dieners Satans. Oder Scheitan, oder Iblis, schließlich glauben Muslime wie Christen an einen sehr verschiedenen Gott, aber an einen sehr ähnlichen Teufel.

Unterwegs im Radio höre ich ein Interview mit einem Muslim. Der wird von dem offenbar westlichen Interviewer gefragt, ob es denn nach dem Ende Bin Laden besser werde. Nein, antwortet der. Das Böse verschwinde deshalb nicht von dieser Welt, denn das Böse hafte dem Scheitan an, und der sei eben unsterblich. Die Assoziationskette Osama Bin Laden, Scheitan, das Böse hätte ein guter deutscher Christ wohl niemals geknüpft.

Geknüpft werden da ganz andere Assoziationsketten zum Beispiel die Assoziationskette extralegale Hinrichtung - Mittelalter. Frau Merkel hat es gewagt, im Zusammenhang mit einer Stellungnahme zum Ende des Hauptes einer Bande von Folterknechten und Massenmördern das Wort "Freude" zu äußern. Wie da genau der Zusammenhang war, bleibt unklar. Ganz klar für die guten deutschen Christen, daß man dies aufs allerschärfste zu verurteilen hat.
Als Christin kann ich nur sagen, dass es kein Grund zum Feiern ist, wenn jemand gezielt getötet wird.
Ein Zitat, das eher dafür spricht, daß bei der Präses der EKD die falschen Synapsen eingerastet sind. Denn Frau Göring-Eckardt weiß schon von einer "gezielten Tötung" von der sonst noch niemand weiß. Nach offizieller Lesart kam Bin Laden bei einem Feuergefecht um.

Auch Göring-Eckardts zentralkatholische Schwester im Geiste Ingrid Fischbach weiß:
Aus christlicher Sicht ist es sicher nicht angemessen, Freude über die gezielte Tötung eines Menschen und dessen Tod zu äußern
Dito. Zapp! Da rasten sie ein, die alten antiamerikanischen Synapsen. Und, ach ja, die lieben Kollegen:
Eine willkürliche Tötung ist nach dem internationalen Pakt über bürgerliche und politische Freiheiten nicht erlaubt. Wenn man zu dem Ergebnis kommt, bin Laden war schon längst nicht mehr aktiv, könnte die Tötung willkürlich sein.
So der Abgeordnete Kauder, im Zivilberuf Advokat. Zu blöd, daß der kein Diktiergerät vor der Nase hatte, wo man allzu dumme Sätze noch wegzappen kann. Bedeutet die Logik dieses Satzes doch, daß eine extralegale Tötung (von der auch Kauder überzeugt ist) legal sein kann, wenn der Terrorist "noch aktiv" ist.
Hier sind die Vereinten Nationen gefordert, endlich verbindliche Regeln zu schaffen. Es muss glasklar sein, was geht und was geht nicht
Eine UN-Charta betreffend die Voraussetzungen für die Einstweilige Erschießung international gesuchter Massenmörder? Oder so? Darf ich gar nicht drüber nachdenken, bevor bei mir die Synapsen verschmurgeln.

Schon erstaunlich, daß der größte Unfug - lassen wir mal den alternden Ex-Terroristen Ströbele weg, der ja gewissermaßen pro domo spricht - in dieser Angelegenheit von friedensbewegten Parteichristen geäußert wird. Oder protestantischen Prälaten:
Gewalt anzuwenden, um Gewalt aus der Welt zu schaffen ist eine verhängnisvolle Logik. Die Welt wird nicht besser, indem man Menschen tötet, sondern dadurch, daß man auf seine Feinde zugeht.
So Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Das kann ich mir irgend gar nicht so recht vorstellen. Alfred Buß, begleitet von zum Beispiel Margot Käßmann und Clemens Bittlinger zur Audienz bei Ossama, wo Clemens ja erst mal zur Einstimmung sein nettes "Aufstehn, aufeinander zugehn" vortragen könnte, beschlossen von einer Menschenkette aus Terroristen und klampfenden Pfarrern. Geht gar nicht. Vor allem weil man die Stimmung ja noch nicht einmal mit einer Familienpackung Jägermeister auflockern könnte. Aber er bringt es dann doch auf den Punkt.
Hier zeigt sich wohl eine sehr amerikanische Befindlichkeit: Der Gerechtigkeit ist Genüge getan, wenn der Böse vernichtet wurde. Auch die Todesstrafe wird so gerechtfertigt.
Schnalz! Die Synapse. Massenmörder aus dem Weg zu räumen ist "amerikanisch". Hat ja was. Warten wir mal ab, was Henryk Broder zu diesem Interview schreibt.

Ist der Gerechtigkeit Genüge getan, wenn der Böse vernichtet wurde? Der oben zitierte Aufsatz auf catholic.org weist auf den katholischen Katechismus hin und dessen Kritik an der Todesstrafe. Nur daß der Katechismus eben nicht die ultimative Strafe ausschließt.
The traditional teaching of the Church does not exclude, presupposing full ascertainment of the identity and responsibility of the offender, recourse to the death penalty, when this is the only practicable way to defend the lives of human beings effectively against the aggressor.
Noch nicht einmal in seiner Enzyklika "Evangelium Vitae" schließt der Selige Papst Johannes Paul II die Todesstrafe gänzlich aus. Es war schon immer etwas komplizierter, Katholik zu sein.

Montag, 25. April 2011

Streit um den Karfreitag - die neue grüne Zeitrechnung


Welchen Tag haben wir heute? Nun, wir haben Qintidi, den 5. Floreal des Jahres 219. Und dieser Tag ist nicht etwa Ostersonntag, nein, er ist vielmehr der Ancolie geweiht, der Akelei. 

Morgen ist Maiglöckchentag, Mittwoch ist Champignontag, da freuen wir uns doch drauf, nicht? Jeder Monat hat 30 Tage, kann man sich leicht merken und am Ende des Jahres hat die Arbeiterklasse 5 Tage frei (in Schaltjahren 6), dann darf sie die Sansculottiden feiern. Die Tage der Unbestrumpften, so to say.

Die Tage sind natürlich nicht mehr irgendwelchen längst verstorbenen sogenannten Heiligen geweiht, sondern haben Blumen-, Pflanzen- und Tiernamen.

Und auch die Jahresbezeichnung orientiert sich in der korrekt-säkular-republikanischen Zeitrechnung nicht mehr an der Geburt des Gottessohnes Jesu Christi, sondern entspricht so recht der republikanischen Offensive des Generalsekretärs Krischan Lindner. Das erste Jahr der neuen Zeitrechnung ist nämlich das Jahr 1792 der gregorianischen Zeitrechnung. 1792 wurde die Republik eingeführt. Im Folgejahr, an Duodi, dem 2. Pluviôse (Regenmonat) des Jahres 2, dem Moostag, wurde dem Nachfahren des Heiligen Ludwig, Louis XVI der Kopf abgeschlagen. Man könnte also mit einem gewissen Recht sagen, daß wir heuer das 291. Kopf-ab-Jahr haben.

Und um nun zum aktuellen Anlaß zu kommen: der Parteivorsitzende der Grünen NRW,  Sven Lehmann, ein Jung-Fuzzi von bissel mehr als 30 Lenzen, hat doch, um den Christen des Landes eine Freude zu machen, gefordert, daß das Verbot von Lustbarkeiten am Karfreitag aufgehoben wird.

Und die Grüne Jugend - meine absolute Lieblingsparteijugendorganisation, die pubertären Knallchargen des multikulturellen, konsequent durchgegenderten juste millieu - hat dies mit folgender messerscharf durchdachten Argumentation begründet:
In einer multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft ist es wichtig, jedem die freie Ausübung seiner Religion und der entsprechenden Feiertage zu ermöglichen. Wir halten es jedoch für grundlegend fraglich, ob es noch zeitgemäß ist, nur für christliche Feiertage Freiraum im Alltag zu schaffen, nicht aber auch für Feiertage anderer Religionen. Wir halten die aktuelle Gesetzeslage die gesetzlichen Feiertage betreffend daher für überholt und fordern zu einem Umdenken auf.
Jawoll, denken wir also um. Nun kann das ja wohl nicht heißen, daß wir nun, wie Krischan Ströbele (warum heißen die Kulturkämpfer unserer Tagen eigentlich ausgerechnet Christian?) etwa den Pfingstmontag abschaffen, um dafür das türkisch-muslimische Zuckerfest zu begehen, oder etwa, daß wir nun unterschiedslos alle denkbaren religiösen Feiertage zu gesetzlichen Feiertag erheben, sondern eben, wie das doch mit der Abschaffung des Karfreitags angedacht ist, alle Feiertage, jedenfalls soweit sie religös begründet sind, aufheben, und stattdessen einen pluralistisch-multikulturell-republikanischen Kalender einführen. Woneben dann jeder seine religiören Feiertage nach seiner façon feiern kann, aber bitte privat, im Wohnzimmer, hinter zugezogenen Gardinen, damit keiner belästigt wird. Einen Allerweltskalender eben. Ja Vielfalt macht eben reich.
... Selbstbestimmung und Vielfalt (sind) bereichernd und unverzichtbar für eine spannende Gesellschaft. Ich werbe nicht nur für die Akzeptanz jedes Lebensentwurfes, sondern arbeite seit Jahren dafür, dass politisch diese Vielfalt auch gefördert wird: durch die Möglichkeit von „Familienverträgen“ für so genannte „alternative Familienformen“, durch gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender, durch die Streichung der Ehe-Privilegien, durch gleiche Rechte für Menschen mit Migrationshintergrund und wirksamen Diskriminierungsschutz. Eine bunte, vielfältige Gesellschaft ist für mich alternativlos.
Alternativlos? Das Unwort des Jahres 2010. Nein, einem 30jährigen Fuzzi mit linksalternativem Fusselkopp muß ich als Apo-Opa sagen, daß "Pluralismus" nicht reich macht, sondern bitterarm. So arm, wie unsere Gesellschaft werden wird, wenn die Grünen, die Speerspitze des neuen juste Millieu an der Macht sein werden. Arm an Traditionen, arm an Festen, arm an Kindern, arm an Verstand. So arm wie die französische Republik einst wurde, als sie den , wie man heute wohl sagen würde alternativ-republikanischen Multikultikalender eingeführt hat. Napoleon hat ihn wieder abgeschafft, und die Pariser Kommune, die erste kommunistische Räterepublik der Welt, Marxens und Lenins Paradeis auf Erden, hat den Kalender wieder eingeführt.

Ich habe übrigens an Duodi, dem 22. Fructidor Geburtstag. Das ist Haselnußtag. Ich habe immer an Duodi Geburtstag. Das ist sehr praktisch. Hochzeitstag haben wir an Tridi, dem 13. Brumaire, dem Topinambourtag. Wir haben immer an Tridi Hochzeitstag. Das ist doch wunder-wunderschön, findet ihr nicht? Und so praktisch.

Von den republikanischen Uhren sind nicht viele erhalten geblieben. Stellt auch keiner mehr her. Schade, wäre doch ein nettes Geschenk für unsere Lehmanns, Lindners, und für unsere "Laizisten in der SPD".

Samstag, 16. April 2011

Die neuen Kulturkämpfer: Lesbischwultransgender, links, grün, feminazistisch und atheistisch


Nun demonstrieren sie wieder, oder genauer gesagt, sie gegendemonstrieren. Für den Besuch des Papstes hat das "bunte Bündnis"aus Lesbischwultransen, Feminazis, Grünen, "Humanisten", Atheisten, Sozis zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Wie üblich unter einem titulus, der einem Faustschlag ins Gesicht gleichkommt: "Der Papst kommt". Schon dafür meine allerherzlichsten altantiautoriären Grüße.

Komische Sache das. Denn der Papst kommt ja nicht zum demonstrieren. Vielmehr hält er als Staatsoberhaupt einen Staatsbesuch ab, und zelebriert als Bischof von Rom eine Heilige Messe. Also wo keine Demonstration, da auch keine Gegendemonstration. Aber das nur nebenbei.

Demonstriert habe ich in meinem Leben ja viel, man könnte das Demonstrieren schon fast als meine Passion ansehen. Ich demonstriere immer noch gern, auch wenn der Herr Pfarrer seine Stirn runzelt, wenn ich die Fronleichnamsprozession als Demo ansehe. Sie ist eine, nämlich die öffentliche Bekundung des freien Bekenntnisses freier Bürger zur katholischen Kirche. Die Teilnehmer einer Fronleichnamsprozession nehmen die selbstverständlichen Rechte des Bürger eines freiheitlichen Rechtsstaats in Anspruch, nämlich das Recht, sich unbewaffnet unter freiem Himmel zu versammeln, das Recht auf freie Ausübung ihrer Religion und das Recht auf das öffentliche Bekenntnis zu dieser Religion. (Das im übrigen nur die EMRK explizit benennt, nicht das GG)

Gegendemonstriert habe ich trotz meines faibles für Demonstrationen noch nie. Ich fand das, auch in meinen linksradikalen Zeiten, absurd. An Demos "gegen Rechts" habe ich mich nie beteiligt. Rechtsstaatliches Denken ist mir ja gewissermaßen von Berufs wegen eingeimpft worden. Eine politische Versammlung dient der Kundgabe der eigenen "Meinung", nicht der Verhinderung der Meinungskundgabe anderer. Doch "Gegendemonstrationen" sind geradezu zum Ausweis demokratischer Gesinnung geworden. Dabei sind Gegendemonstrationen schon aus Prinzip Bekundungen rechtsstaatsfeindlicher Gesinnung.

Das Kartell nun, daß da "gegen den Papst" demonstrieren will, ist für mich ein Pandämonium wirklicher Feinde der Freiheit.

Es ist ungemein interessant, den gemeinsamen geistigen Hintergrund dieser Vereine zu untersuchen, der Aufruf des LSVD zeigt, worum es geht. Benedikt XVI nenne die "freiheitliche Gesellschaft eine "Diktatur des Relativismus"". Id est. Was uns da begegnet, sind die Kampftruppen der Dekonstruktion. 

Der LSVD, der seine Existenzberechtigung aus der Lehre ableitet, daß sich homosexuelle Partnerschaften von "heteronormativen" Ehen nicht unterscheiden. Ungleich ist gleich. Gewissermaßen das Grundgesetz der relativistischen Gesellschaft. Man muß sich nicht wundern, warum die Interessenvertretung einer kleinen gesellschaftlichen Minderheit genug Einfluß besitzt, um ihre Sicht der geschlechtlichen Dinge durchzusetzen. Es geht nicht um die "Rechte" der Homosexuellen, es geht, wie es Reimut Reiche einmal genannt hat, um die "Homosexualisierung" der Gesellschaft, um die Durchsetzung homosexuellen Verhaltens als gesellschaftlich normativ.

Margaret Sangers Pro familia ist auch dabei. Wie immer. Ein Verein, der seit jeher das "Menschenrecht auf Abtreibung" propagiert. Und das Menschenrecht auf Leben damit untergräbt. Eine der vielleicht wirkmächtigsten Vereinigungen der Neuzeit, die Speerspitze der pressure groups, die den "New Moral Code" durchgesetzt haben.

Kommen wir zu den Grünen. Bei denen dürfen ja auch eingeschriebene Katholiken Mitglied sein. Was mich als mehr als ein Jahrzehnt eingeschriebener Ex-Grüner nicht wirklich wundert. Die katholischen Grünen sind ja auch danach. Und bei den Grünen rächt es sich bis heute, daß sie nie einen eigenen Weg gefunden haben zwischen links, liberal und konservativ, zwischen agnostisch und religiös, zwischen sozialistisch und kapitalistisch  . Das Ökothema hat alles überdeckt und hat die Ausbildung einer über Atomkraft-Nein-Danke hinausreichenden Programmatik verhindert. So sind die Grünen vor allem eines. Multikulti bis ins innerste Mark. Wenn man die deutschen Parteien danach sortiert, welche wohl dem relativistischen Zeitgeist am nächsten sei, dann fällt mir die Wahl nicht schwer. Zweifellos die Grünen. Und da der Zeitgeist nun mal dem Relativismus huldigt, sind sich auch die Partei der Zeit. Bis diese Zeit untergeht. Und das könnte sehr bald sein.

Das HVD und Giordano-Bruno-Gesellschaft dabei sind, als Sprachrohr des deutschen Neo-Atheismus ist ja Ehrensache. Über diese Verbände muß in diesem Zusammenhang nicht viel gesagt werden, nur daß sie in diesem Bündnis die als "bürgerlich und konservativ" eingeschätzten Grünen dort einnorden, wo sie hingehören. Sag mir mit wem Du gehst, und ich sag Dir, wer Du bist.

Eine Gegendemonstration. Das Bild ist am Rand des Weltjugendtages aufgenommen worden.