Mittwoch, 6. Juli 2011

6. Juli: St. Maria Goretti und St. Godelieve


Elsa hat liebenswürdigerweise ihren wundervollen Artikel über die bekannteste Heilige des heutigen Tages auf ihrem blog veröffentlicht, so daß hier Raum bleibt, über eine andere Heilige zu schreiben, deren Gedenktag ebenfalls der 6. Juli ist, und die eine gewisse Verwandtschaft mit der Heiligen Maria Goretti zeigt.

Auch die Heilige Godelieve (der Name ist die niederdeutsche Variante des Frauennamens Gottliebe) wurde von einem Mann mißhandelt und umgebracht, und wie die Heilige Maria Goretti hat sie ihren Mörder gesegnet und mit ihrer Güte und Liebe zur Umkehr bewegt.

Die Geschichte spielt in einer anderen Zeit, vor tausend Jahren. Godelieve war die Tochter eines flämischen Edelmannes. Wie die Legende berichtet, war sie von frommer Gesinnung, sie war schön, gütig, großzügig zu den Armen. Viele junge Adelige hielten bei ihrem Vater um ihre Hand an, doch Godelieve lehnte ihre Werbung ab, sie sehnte sich danach, eine Nonne zu werden. Einer der Freier, Bertolf von Gistel, ließ sich aber nicht abweisen, und da sie ablehnte, sorgte er dafür, daß der Herzog von Boulogne ihren Vater Hemfried dazu zwang, ihrer Heirat mit ihrem unnachgiebigen Verehrer zuzustimmen.

Bertolf brachte also Godelieve als Braut auf sein Familienschloß in Gistel, in der Nähe des Hafens von Oostende. Kaum verheiratet, begann Godelieves Leidensweg. Die Mutter Bertolfs hatte nämlich andere Pläne mit ihrem Sohn, und so brachte sie Bertolf dazu, Godelieve noch vor dem Ende der Hochzeitsfeierlichkeiten zu verstoßen. Bertolf überließ Godelieve seiner Mutter, die sie auf dem Schloß, dessen Hausherrin, technisch gesehen, eigentlich Godelieve selbst war, in ein winziges Zimmer sperren ließ. Godelieve wurde wie eine Sklavin gehalten, erhielt nur minimale Essensrationen aus Essensresten und wurde gezwungen, niedrige und schmutzige Arbeiten zu verrichten.

Godelieve gelang es schließlich, aus dem Schloß zu flüchten und zu ihrem Vater zurückzukehren. Nachdem ihr Vater sie dazu gebracht hatte, die Gründe für ihre Rückkehr zu berichten, beschwerte sich Hemfried bei dem Herzog von Flandern und dem Erzbischof von Tournai. Beide, die weltliche und die geistliche Macht des Landes, zwangen daraufhin Bertolf, seine Frau zurückzunehmen, und forderten ihn auf, sie von nun an anständig und würdig zu behandeln.

Bertolf und seine Mutter beugten sich zwar der Forderung der weltlichen und geistlichen Macht, heuchtelten Reue und gelobten Besserung, aber Godelieve hatte nach ihrer Rückkehr kein besseres Leben unter dem selben Dach mit einem Mann und einer Schwiegermutter, denen sie verhaßt war. Godelieve wurde weiter mißhandelt und nur wenige Monate nach Ihrer Rückkehr plante Bertolf die Beseitigung seiner lästigen Ehefrau. Bertolf arrangiert die Ermordung seiner Frau, und verließ dann das Schloß zu einer Reise nach Brügge. Godelieve wurde unter einem Vorwand aus dem Schloß gelockt, die beiden von ihrem Mann gedungenen Mörder strangulierten die junge Frau und ertränkten sie in einem Tümpel. Dann brachten sie die Leiche zurück in das Schloß, und legten Godelieve in ihr Bett.

Bertolf ließ trotz der offenkundigen Ermordung seiner Frau verbreiten, Godlieve sei eines natürlichen Todes gestorben. Unmittelbar nach dem Tod seiner Frau beeilte sich der "Witwer", erneut zu heiraten. Das Grab seiner Frau aber entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte. Godelieve, die schon zu Lebzeiten von ihren Untertanen verehrt wurde, wurde nun als Märtyrerin verehrt.

Die zweite Ehefrau Bertolfs starb nach der Geburt einer Tochter. Das Kind war seit seiner Geburt blind. Die zweite Ehefrau Bertolfs wurde neben Godelieve begraben. Eines Tages betete Bertolfs blindeTochter vor dem Grab Godelieves in der Meinung, es sei das Grab ihrer Mutter. Als sie dabei um Gesundung von ihrer Blindheit bat, wurde ihr die Augen geöffnet, und sie sah, daß sie vor dem Grab Godelieves kniete.

Die Verehrung des Volkes für Godelieve war durch ein Wunder bestätigt. Bertolf bewegte dieses Wunder endlich dazu, sich zu seiner Schuld zu bekennen. Bertolf begab sich nach Rom, um um Absolution für sein furchtbares Verbrechen zu bitten. Nach einer Pilgerschaft in das Heilige Land ging er in das Kloster Bergues-St.-Winnoc, um dort sein Leben als Büßer und Beter zu beenden.

Godelieve gilt als die "Heiligste Frau Flanders" sie wird bei Halserkrankungen angerufen, aber auch bei Familienproblemen. Das Bild stellt einen Ausschnitt aus dem Godelieve-Altar dar.

Montag, 4. Juli 2011

Requiescat in pace ...


Otto von Habsburg ist heute nach einem langen Leben in christlicher Demut gestorben. Er hat sich nie gebeugt.

Das Bild zeigt Otto im Jahre 1916 anläßlich der Krönung seines Vaters Karl und neben seiner Mutter Zita. Bei  Alipius noch ein anderes Bild, hier ein Zitat und hier noch ein Nachruf auf Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit.

Endlich! Der Papst unterstützt den schwarzen Block!


Die Ernennung von Rainer Maria Woelki hat ja so manchen Journaillisten zu rattenscharfen Kommentaren inspiriert. Da schäumt es nur so aus den Kolumnen, daß man unwillkürlich das Morgenblättchen waagerecht hält, damit der Sabber nicht auf den Boden tropft. Sonst gediegen und moderat formulierende Qualitätsschreiber versteigen sich dann zu Verbalexzessen wie "neofundamentalistische Feuilleton-Katholiken" oder "schwarzer Block". Nun ist ja die Technik der Zuspitzung eine, die jeder Journalist und Blogger beherrschen muß, weil, sonst liest uns ja wieder kein Schwein. Und inhaltlich ist der Kommentar von Matthias Kamann in der "Welt" eigentlich gar nicht so unfreundlich.

Kamann ist durchaus aufgefallen, daß die katholische Gemeinde in der dem Katholizismus schon immer eher feindlich gesonnenen Hauptstadt einen durchaus konservativen Zug hat. Eine Feststellung, die man auch andernorts machen kann, wo die Katholiken in einer extremen Diasporasituation leben. Gerade einmal 9% der Einwohner Berlins gehören der katholischen Kirche an, Berlin dürfte ja die einzige Hauptstadt der Welt mit einer agnostisch-atheistischen Bevölkerungsmehrheit sein. Und in Vorpommern, das auch noch zum Bistum gehört verlieren sich ganze 13.335 Katholiken.

In der Stadt, in der sich einst der fatale "Moabiter Klostersturm" zugetragen hat, macht man sich als Katholik ja heute schon ganz naturgemäß unbeliebt, steht man doch unter dem Verdacht, die repressiveSexualmoralderkatholischenKirche (auf diesem Blog stets mir rSkK abgekürzt) auch noch gut zu finden, und das "Gut so" des Regierenden Bürgermeisters zu seiner offen zur Schau getragenen Schwulität eher ungut. Klar, daß hier der CSD der größte der Republik, die Zuschauer am zahlreichsten sind, und daß der CSK beim Besuch des Papstes hier gleich weiter macht mit seiner Soft-Porno-Lack-und-Leder-Show.

Aber Berlin ist heute auch eine Stadt tief gläubiger katholischer Migrantengemeinden vor allem aus Osteuropa, rund 18% der Katholiken haben einen "Migrationshintergrund". Berlin ist Standort rühriger und lebendiger Gemeinden, die das Prädikat traditionalistisch nicht für abträglich halten, sondern Tradition im Sinne Chestertons als "Demokratie für die Toten" verstehen. Wer in Berlin etwa eine Sonntagsmesse im usus antiquior sucht, kann zwischen mehreren Möglichkeiten wählen.

"Meisner", "Opus Dei" sind offenbar die Stichworte, bei denen bei einem deutschen Journalisten die Synapsen einrasten. Alles fügt sich zu einem Bild von einem "schwarzen Block", zu dem sich angeblich die Gegenspieler von Lehman und Zollitsch zusammengetan haben.

Das Klima ist, behauptet Facius, rauer geworden. Die Polarisierung zwischen Traditionalisten und "Reformorientierten" habe sich verschärft. Diese Traditionalisten möchten "heiße Eisen" wie Zölibat, Frauen-Diakonat und Sexualmoral "fernhalten".

Heiße Eisen? Eher kältester Kaffee, der jedes Jahr ein bißchen mehr Null Grad Kelvin entgegenfröstelt. Wer sich die Reformriege ansieht, die sich dieser Themen widmet, wundert sich über diese Versammlung älterer ProfessorInnen knapp vor oder jenseits der Pensionsgrenze, garniert von gleichfalls älteren Damen in Violett und Batik, die in schrecklichen Klamotten Mahltische umtanzen, journalistisch hochgejazzt von zotteligen Journalisten mit Ho-Chi-Minh-Bart und Krankenkassenbrille.

Klar, die "Jugendlichen" sind ja auch für Frauenordination, Abschaffung des Zölibats und für die "Homosexualisierung der Gesellschaft" - sofern sie schon jenseits der vierzig angekommen sind.

Viel zu spät stellt sich der Papst an die Seite des schwarzen Blocks. Wie das obige Bild zeigt, hätten wir anno 1973 die Unterstützung der Schweizergarde dringend benötigt. (Gut, das Bild stammt aus dem Familienalbum, scheint so, daß mich der Schwarze Block einfach nicht losläßt)

Sonntag, 3. Juli 2011

Nuptial Mass at Monaco


War doch eigentlich sonnenklar, daß, wo die Braut ein Brautkleid mit dieser Wahnsinnsschleppe trägt, die Kommunion keine popelige vonderHandindenMundKommunion sein konnte.


Hier noch mehr Bilder. Irgendwie tröstlich, daß wenigstens der katholische Adel noch Sinn für Rituale und ein Herz für die katholische Liturgie besitzt.

Sonntagsnews


Ärger-Nachrichten und Grummelposts könnte man eigentlich tagtäglich schreiben. Ich dachte mir, daß ich den Sonntag in Zukunft vorbehalte für Nachrichten, die Freude machen. Wie dieser Bericht über den Rückbau einer nachkonziliar umgestalteten Kirche mit allem, was des Katholiken Herz nicht freut, wie Volxaltar und Altarinsel, zu einer Kirche, die sich architektonisch wieder "ad orientem" ausrichtet. Oder "ad dominum", was das selbe bedeutet.

Besonders angetan hat es mir das "neue" alte Baptisterium, vor allem deshalb, weil ich vor einigen Monaten Zeuge einer Taufe - des Kindes von lieben Freunden - wurde, die unseren Pfarrer gebeten hatten, die Taufe doch im älteren Ritus zu zelebrieren. Erst bei diesem Ritual wurde mir klar, warum das Baptisterium in Kirchen, die vor den 60er des vergangenen letzten Jahrhunderts des vergangenen Jahrtausends errichtet wurden, meist links neben dem Altarraum vorgesehen ist. Weil die Taufe im alten Ritus als Prozession gestaltet wurde, die uns mit vielen Zitaten aus der heiligen Schrift nicht nur durch die Jahrtausende führt, sondern auch durch die ganze Kirche. Der Endpunkt dieser Prozession ist die Taufkapelle nahe des Altars.

... and the Baptistery looks like a place where something important is going to happen: