Samstag, 27. September 2008

Erzengelfest 29. September

Die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel führen Tobias
(Botticini 1470)

    O unüberwindlicher Held / St. Michael/ komm uns zu Hülf / zeuch mit zu Feld/ hülff uns hie kämpfen/ die Feind zu dempffen/ St. Michael/ ze
    Die Kirch dir anbefohlen ist/ St. Michael/ unser Schutz und Schirm-Herr Du bist/ hülff uns...
    Du bist der Himmlisch Capitain/ St. Michael/ Dein Kriegsheer alle Engel seyn/ hülff uns...         
    Groß ist dein Macht/ groß ist dein Heer/ St. Michael/ Groß auff dem Land/ Groß auff dem Meer/ hülf uns ...
    Von deiner Macht zu sagen weiß/ St. Michael/ Der höllisch Drach und sein Geschmeiß/ hülff uns ...
    Mit Lucifer hast du gekämpft/ St. Michael/ und hast sein Heer und Macht gedämpft/ hülff uns ...
    O starcker Held groß ist dein Kraft/ St. Michael/ Ach komm mit deiner Ritterschafft/ hülff uns ...
    Beschütz mit deinem Schild und Schwerdt/ St. Michael/ Die Kirchen Gottes hier auf Erd/ hülff uns ...
    Und all die dir seyn zugethan/ St Michael/ die leite zu des Himmels Thron/ hülff uns zu kämpfen, die Feind zu dämpfen/ St. Michael.

Melodie GL 606
Friedrich Spee/ Rheinfelsisches Gesangbuch

Freitag, 26. September 2008

The Martian Chronicles

     Wir waren dumm. Wir versuchten Darwin und Huxley und Freud zur Seite zu schieben. Aber sie wollten sich nicht so leicht entfernen lassen. So versuchten wir also wie Idioten die Religion vom Sockel zu stoßen.
     Das aber gelang uns ziemlich gut. Wir verloren unseren Glauben und gingen mit der Frage hausieren, was das Leben für einen Sinn hat. Wenn die Kunst nur ein frustrierter Ausdruck der Libido, wenn die Religion nur Selbsttäuschung war - welchen Sinn hatte dann das Leben? Der Glaube hatte uns stets auf alles eine Antwort gegeben. Mit Freud und Darwin wurde das fortgespült. Wir waren und sind ein verlorenes Volk.

Ray Bradbury, The Martian Chronicles

Donnerstag, 25. September 2008

wurde ich dazu geführt, ...


Der liturgische Gottesdienst ist der höchste Ausdruck des priesterlichen und bischöflichen Lebens wie auch der katechetischen Unterweisung. Eure Aufgabe der Heiligung der Gläubigen, liebe Brüder, ist unerlässlich für das Wachstum der Kirche. Im Motu Proprio Summorum Pontificum wurde ich dazu geführt, die Bedingungen für die Ausübung dieser Aufgabe zu präzisieren im Hinblick auf die Möglichkeit der Benutzung sowohl des Messbuchs des seligen Johannes XXIII. (1962) als auch des Messbuchs Papst Pauls VI. (1970). Einige Früchte dieser neuen Anordnungen haben sich schon gezeigt, und ich hoffe, dass die unerlässliche Beruhigung der Gemüter Gott sei Dank voranschreitet. Ich kann die Schwierigkeiten ermessen, denen Ihr begegnet, aber ich zweifle nicht daran, dass Ihr in absehbarer Zeit zu für alle befriedigenden Lösungen gelangen könnt, damit das nahtlose Gewand Christi nicht weiter zerrissen wird. Niemand ist in der Kirche überflüssig. Jeder, ohne Ausnahme, muss sich in ihr „zu Hause“ und niemals abgewiesen fühlen. Gott, der alle Menschen liebt und nicht will, dass einer von ihnen verloren geht, vertraut uns diese Sendung an und macht uns zu den Hirten seiner Schafe. Wir können ihm nur danken für die Ehre und das Vertrauen, das er uns entgegenbringt. Bemühen wir uns daher, stets Diener der Einheit zu sein!

Benedikt XVI am 14.9.2008 in Lourdes

Mittwoch, 24. September 2008

Maria Mercedes, 24. September

    Die Heilige Jungfrau erschien 1218 in jeweils separaten Visionen St. Peter Nolasco, St. Raymond von Penafort und Jaime, König von Aragon. Sie bat Sie, einen Orden zu gründen, dessen Aufgabe die Befreiung gefangener Sklaven aus den Händen der Sarazenen sein sollte, die zu diesem Zeitpunkt große Teile der iberischen Halbinsel besetzt hielten. Am 10 August 1218 gründe Jaime von Aragon den königlichen, militärischen und religiösen Orden der "Maria vom Loskauf der Gefangenen". Bei dem größten Teil der Mitglieder des Ordens handelte es sich um Ritter, während es die Aufgabe der Kleriker des Ordens war, in den Stützpunkten des Ordens das Tagzeitengebet zu zelebrieren. Der Orden breitete sich schnell aus, sammelte große Summen für den Freikauf der Gefangenen, viele Mitglieder des Ordens gingen selbst in Gefangenschaft, um gefangene Christen auszulösen. Das Fest "Maria Mercedes" war ursprünglich nur ein Fest des Ordens bis Innocent XII es im 17. Jahrhundert auf die gesamte Kirche ausweitete.
    Zwischen 1218 und 1632 befreite der Orden der Mercedarier 490.732 Sklaven aus der Gefangenschaft.

Christentum und Poesie


Es waren schöne, glänzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Weltteil bewohnte; ein großes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reichs. – Ohne große weltliche Besitztümer lenkte und vereinigte ein Oberhaupt die großen politischen Kräfte. – Eine zahlreiche Zunft, zu der jedermann den Zutritt hatte, stand unmittelbar unter demselben und vollführte seine Winke und strebte mit Eifer, seine wohltätige Macht zu befestigen. Jedes Glied dieser Gesellschaft wurde allenthalben geehrt, und wenn die gemeinen Leute Trost oder Hilfe, Schutz oder Rat bei ihm suchten und gerne dafür seine mannigfaltigen Bedürfnisse reichlich versorgten, so fand es auch bei den Mächtigeren Schutz, Ansehn und Gehör, und alle pflegten diese auserwählten, mit wunderbaren Kräften ausgerüsteten Männer wie Kinder des Himmels, deren Gegenwart und Zuneigung mannigfachen Segen verbreitete. Kindliches Zutrauen knüpfte die Menschen an ihre Verkündigungen. – Wie heiter konnte jedermann sein irdisches Tagewerk vollbringen, da ihm durch diese heiligen Menschen eine sichere Zukunft bereitet und jeder Fehltritt durch sie vergeben, jede mißfarbige Stelle des Lebens durch sie ausgelöscht und geklärt wurde. Sie waren die erfahrnen Steuerleute auf dem großen unbekannten Meere, in deren Obhut man alle Stürme geringschätzen und zuversichtlich auf eine sichre Gelangung und Landung an der Küste der eigentlichen vaterländischen Welt rechnen durfte.

Novalis, Die Christenheit oder Europa