Mittwoch, 30. September 2009

Englischer Einheitsbrei

Botticinis berühmtes Bildnis der drei Erzengel Michael, Raphael und Gabriel mit Tobias und Hund referiert kein echtes biblisches Thema, denn im Buch Tobit einem nach katholischer Sicht deuterokanonischen nach protestantischer Auffassung apokryphen Buch lesen wir nur von Raphael. So hat man denn auch die Feste der drei Erzengel in vorkonziliarer Zeit (ich meine natürlich DAS Konzil) fein säuberlich getrennt. Gabriel am 24. März, sinnigerweise vor dem Fest der Verkündigung des Herrn, Raphael am 24. Oktober und Michael am 29. September. Michaels Fest ist wohl eines der ältesten Heiligenfeste der Kirche überhaupt, nachgewiesen schon seit dem 5. Jahrhundert.
Die Lesungen, und Gesänge des 29. September verweisen daher auch vorwiegend auf Michael, so daß de facto wenn auch nicht de jure die beiden anderen Erzengel aus dem liturgischen Kalender verschwunden sind. Daß der liturgische Einheitsbrei aber dann auch den heiligen Erzengel Michael in den Hintergrund drängt, ist ein wohl gar nicht so unerwünschter Effekt, denn im Zeitalter der katholischen Warmduscher, Weicheier und Vorwärtseinparker ist ein Erzengel in schimmerndem Harnisch, der dem irgendwiejagarnichtvorhandenen Teufel mächtig aufs Haupt schlägt nicht mehr so ganz passend.
So ist denn ja auch der St. Michel im novus ordo eher unterbeschäftigt. Aus dem Schuldbekenntnis ist er verschwunden, und wird da summarisch unter die "Engel und Heiligen" subsumiert, und das Gebet an Michael, mit dem seit Leo XIII jede Messe endete, und mit dem seit Pius XI um die Befreiung der Welt vor den damals (1930!) sehr regen bösen Geister gebetet wurde, ist seit 1964 mit der berühmt-berüchtigten Instruktion "Inter oecumenici" abgeschafft worden.
Auch Spees Michaelshymne hat man antimilitaristisch/friedenserzieherisch im Gotteslob weichgespült. Statt "Hilf uns hie kämpfen, die Feind zu dämpfen" heiß es nun "Hilf uns im Streit, zum Sieg uns leite", unter peinlichster Vermeidung des Wortes "Feind".
Langsam frag ich mich schon, wes Geist hier waltet.

Sonntag, 27. September 2009

Antifa und Profa


   Es kam, wie es die Anstifter wollten, unter Ihnen eine im Bundestag vertretene Partei und ein im wesentlichen mit Steuermitteln finanzierter Verein für "Sexualberatung". Der 1000-Kreuze Marsch für das Leben wurde von linksfeministischen und linksradikalen Aktivisten angegriffen, die mit Gewalt gegen den Trauermarsch vorgingen. Die Veranstalter freuen sich noch, daß "nur" zwölf Kreuze entwendet, und von den "Antifa"-Aktivisten in die Spree geworfen wurden.
   Zur physischen Gewalt kommt noch die verbale. Man/frau brüllt die üblichen Slogans (Hätt Maria abgetrieben ...), die ja nun wirklich sooooo nen Bart haben, ich kenn die noch aus meiner Jugendzeit, die soooo lange her ist. Aber da tobt sich eine Gemeinheit aus, die menschenverachtender nicht sein könnte. Eine junge Frau, die von ihrer Abtreibung berichtet, zu der sie getrieben wurde, die über ihre Trauer spricht, wird verspottet und niedergebrüllt.
   Allerdings, die Teilnehmer waren eindeutig in der Mehrheit. Trotz des publizistischen Terrors, trotz der Drohungen aus der linksradikalen Berliner Szene kamen mehr als 1.000 zum Marsch, nur 400 Gegendemonstranten sammelten sich, obwohl alles mobilisiert hatte, was in Berlin bei solchen Anlässen zu mobilisieren war, unterstützt übrigens von "Stern" und SAP, die die Seite "Mut gegen rechte Gewalt" finanzieren. Ob die Sternler wohl mal auf die von ihnen ideel und finanziell unterstützt Homepage gucken, und schauen, was sich das so tummelt? Wo die Seite doch das "Stern"-logo trägt?
   pro familia wird von den feministischen Kreisen, mit denen ich beruflich (noch, aber nicht mehr lange) verbandelt bin, zärtlich "profa" gerufen. Antifa und Profa-  wirklich ein nettes Pärchen. Denkt man an die rassistisch/eugenische Tradition von profa und IPPF eine wirklich aparte Kette von Assoziationen, die sich da eröffnet. Was hat den Henry Nannen, der Stern-Gründer, so zwischen 33 und 45 getrieben? Tja, da war er in der Propagandaabteilung "Südstern" der SS-Standarte Kurt Eggers.
   Unterstützt wird die "Mut"-Homepage übrigens nicht nur von SAP sondern von diversen Unternehmen von der Deutschen Post über die Henkel KgaA bis zur Siemens AG, vermittelt über die Amadeu Antonio Stiftung. Natürlich fehlt auch nicht die Stern-Stiftung, die vor allem das Vermögen des ehemaligen "Südstern"-Propagandisten Nannen verwaltet.

Das aparte Bildchen, dessen gleichzeitig sexistische und rassistische Botschaft an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten ist, stammt übrigens aus der Sammlung der Propagandamachwerke des "Südstern". Noch mehr von diesem Schmutz und Schund, findet sich hier. Hat der Stern nicht der berüchtigten "Wir haben abgetrieben" - Kampagne der Alice Schwarzer ein Forum geboten? Ja Teufel auch.

Donnerstag, 24. September 2009

Violett lackierte Nazis

Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt
Dieser Satz wird Kurt Schumacher zugeschrieben, er stammt aus einer Rede anläßlich einer Versammlung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold im Jahre 1930. Dr. jur. Schumacher, Nachkriegsvorsitzender der SPD, blieb bei dieser Meinung auch nach dem Krieg.
Am Wochende werden wir eine besonders perfide Variante des braun-roten Bündnisses erleben. Sie wird nur schwer erkennbar sein, kleidet sie sich doch in die violetten Gewänder der feministischen Revolution.
Der Aufruf zur Gegendemonstration gegen die "1000 Kreuze für das Leben" ruft offen zur Gewalt auf. Daß es die Demo "1000 Kreuze in die Spree" wirklich gibt, wollte ich erst nicht glauben. Aber es gibt sie. Zur Gegendemonstration für die "vollständige Abschaffung des § 218" (also für die Abtreibung bis unmittelbar vor der Geburt) ruft ein Bündnis auf, das unter anderem von der Linkspartei, den Rechtsnachfolgern der "rotlackierten Nazis" also, von dem IPPF-Ableger "pro familia" sowie dem atheistischen Humanistischen Verband unterstützt wird.
Über die unverhohlen rassistischen und sozialdarwinistischen Auffassungen der prominentesten Gründerin der Abtreibungsinternationale IPPF, Margaret Sanger, habe ich auf diesem Blog ja schon öfter berichtet, ebenso über die sozialdarwinistischen Wurzeln des organisierten Deutschen Atheismus.
Da wächst zusammen, was zusammen gehört, Atheisten, Katholikenfresser, Eugeniker, Kommunisten, Abtreibungsindustrielle. Daß ein erheblicher Teil dieser morbiden Truppe sich mit dem "Antifa"-Kürzel schmückt, zeigt vor allem, wie perfekt die Tarnung ist. Der Vater der Lüge war schon immer groß in der Kunst der Verkleidung.

Die schwarze Lilie ist ein volkstümliches Symbol für die unschuldigen Kinder, die ungetauft gestorben sind. Vielleicht sollte man an die Gegendemonstranten mal einen Abdruck von Margaret Sangers "Plan for peace" verteilen? Könnte wirksam sein.

Dienstag, 22. September 2009

Satanische Legenden

   Nun schon im vierten Kapitel müht sich Stanislaus an Alan Poseners unverdaulicher Schwarte "Benedikts Kreuzzug" ab. Ich halte das für verlorene Liebesmüh. Es lohnt nicht, sich mit dem altlinken Mythos zu befassen, daß der katholische Antijudaismus,  notabene der katholische Antirationalismus und Antimodernismus den Antisemitismus der Nazis vorbereitet habe. 
   Die These dient der Selbstverteidigung. Die Linke, und als Teil der Linken auch die jüdische Linke, hat sich nie mit der historischen Wahrheit abfinden können, daß sie selbst den Boden bereitet hat. Schon die Wählerbewegungen der Weimarer Republik zeigen, daß das Reservoir der Nazis nicht aus dem wesentlich faschismusresistenten katholischen Millieu schöpfte, daß die Wähler des katholischen Zentrums bis zum Schluß das Zentrum wählten, sondern daß es im wesentlichen ehemalige Wähler der SPD und KPD, waren, die NSDAP wählten, daß nicht der katholische Süden, sondern der protestantische Norden die Wählerstimmen brachte, die Hitler zur Macht verhalfen.
    Daß Günter Grass Jahrzehnte verdrängte, daß er sich als junger Mann freiwillig zur SS gemeldet hatte, steht als prominentestes Beispiel für diesen linken Verdrängungsprozeß. 
   Perfide, daß ausgerechnet die katholischen Opfer des Nationalsozialismus, Edith Stein stets an erster Stelle, als Beispiel dafür herhalten müssen, daß die Kirche ihre eigenen Gläubigen aus Gründen des politischen Machterhalts den Nazis geopfert habe. 
   Starb Edith Stein, weil sie Jüdin war? War es Ausdruck des katholischen Anitjudaismus, daß eine jüdische Märtyrerin zur katholischen Heiligen "gemacht" wurde? Edith Stein hat das anders gesehen. Sie sah sich als katholische Märtyrerin. Ihre letzten Worte "Ich gehe für mein Volk" werden stets ohne die entscheidenden Nachsätze zitiert.
   Edith Stein hat ihren Tod als Opfer angesehen "zur Verherrlichung seiner heiligen Kirche" und zur "Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes". 
Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, mit vollkommener Unterwerfung unter Seinen heiligen Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß Er mein Leben und Sterben annehmen möchte zu Seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen der heiligsten Herzen Jesu und Mariae und der heiligen Kirche, insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung meines heiligen Ordens, namentlich des Kölner und des Echter Karmels, zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und Sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, Lebende und Tote, und alle, die mir Gott gegeben hat: daß keiner von ihnen verloren gehe.

Montag, 21. September 2009

PMT-Jahrestreffen

   Ein eher trister Ort, die Bonifatius-Kirche in Wiesbaden. Mag sein, daß der Vorgängerbau hübscher ausgesehen hat, aber nachdem sich der Architekt mehr um klassische Ästhetik, weniger um solide Fundamente gekümmert hat, krachte die laut damaligen Zeitzeugen sehr hübsche klassizistische Kirche 1831 einfach zusammen.
   Vom Nachfolgerbau sagt man, er sei im gotisch-romanischen Stil mit Jugendstilelementen erbaut worden. So, wie man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts halt Kirchen baute. In eigentlich gar keinem Stil, aus düsterem dunkelrotem Sandstein, mit zu kleinen Fenstern, also weder im lichten, himmelstrebenden Stil der Gotik, noch im fundamentalen der Romanik, dafür sehr solide. Jedenfalls ist die Kirche nicht wieder zusammengefallen. Auch die Bomben des zweiten Weltkriegs haben nur die Fenster zerstört und einen Teil des Dachs beschädigt. Die Fenster hat man dann erneut im düster-banalen Stil der 50er Jahre aus graugrünem und grauroten Glas ersetzt, die diese Kirche jedenfalls im Innern noch etwas grauer und unscheinbarer erscheinen lassen.
   Hier nun fand am 19.09.2009 die Morgenmesse statt, mit der die Jahrestreffen von pro-missa-tridentina aus besten nachvollziehbarem Grund jedes Jahr beginnen. Wer eine formvollendete missa solemnis liebt, in der vorkonziliaren Form natürlich, findet hier, was er sucht. Wenn die Messe ein Theodrama ist, dann findet man hier das richtige Thema dieses Dramas, die Kirche, die dem Herrn entgegengeht, die nicht den Blick vom Herrn wendet. Die Akustik der Kirche, die dem Gesang der Choralschola ein einzigartiges Volumen gibt, entschädigt für die eher düstere, fast schon triste Optik. 
    Zelebrant ist dieses Jahr der Generalobere  der Petrus-Bruderschaft, Pater John Berg. Pater Berg predigt in englisch und  - was man ja stets besonders notieren muß - zum Thema, dem dies natalis des Heiligen Bischofs Januarius. Wieder fällt mir auf, daß in der modernen Liturgie die Märtyrer eher eine Randexistenz darstellen, ist doch die Verehrung der Altarreliquien zu Beginn der Messe entfallen, und ist doch der Römische Meßkanon, der im Hochgebet die frühen Märtyrer der Kirche mit Namen nennt, heute eher ungebräuchlich, fast schon verpönt.
   Den anschließenden Vortrag von Dr. Guido Rodheudt höre ich mir noch an, auch wenn ich philosophische Vorlesungen schon an der Uni eher sterbenslangweilig fand, die Berichte über die Entwicklung der traditionellen Ausbildungsinstitute und die Entwicklung der Zahl der Meßorte und Messen im "usus antiquior" höre ich schon wieder mit mehr Interesse. In Deutschland hat sich seit dem motu proprio die Zahl der "gregorianischen Messen" verdreifacht, die Ausbildungsinstitute, die Priester im gregorianischen Ritus unterweisen, haben über Nachwuchsmangel nicht zu klagen, haben eher Probleme, die Kandidaten noch angemessen unterzubringen.
   Als Überraschungsgast findet sich noch Abt Josef ein, der Abt des Klosters Mariawald. Mariawald ist vor etwas mehr als einem Jahr zur vorkonziliaren Liturgie und zum vorkonziliaren Stundengebet zurückgekehrt. Nicht ohne Probleme, doch mit sichtbarem Erfolg. Erstmals seit vielen Jahren haben sich wieder Postulanten im Kloster eingefunden, und die Gottesdienste sind gut besucht. Mariawald ist wieder zu einem Anziehungspunkt der Region geworden. Der Abt bat die Erschienen herzlich um Unterstützung. Natürlich zuallererst durch Unterstützung im Gebet, aber auch mehr sinnlich-manifest durch Spenden. Mariawald hat einen Förderverein, und die Empfehlung gebe ich gerne weiter. War mal wer in Mariawald? Bericht bitte!