Sonntag, 29. März 2009

Darwinistisches Gruselkabinett


   Hübsch sind sie ja, die Darwin-Finken (im Bild der Tanager darwinii), und gegen Darwins wissenschaftliche Theorien hat die Kirche ja nun eigentlich nicht wirklich etwas einzuwenden. Daß Darwin selbst am Ende seines Lebens atheistische Ideen entwickelte, macht ihn noch nicht zum Atheisten, immerhin blieb er bis zu seinem Lebensende formell Mitglied der Anglikanischen Kirche.
   Anders sieht es um seine Adepten aus, mit denen, die sich seine Wissenschaft nicht nur zu eigen machten, sondern aus einer wissenschaftlichen Theorie eine Ersatzreligion formten.
   Die machen sich auch in Deutschland wieder breit. Angeführt von den atheistischen Ideologen um den sympathischen Herrn Schmidt-Salomon fordern die nun, den Feiertag Christi Himmelfahrt durch einen atheistisch verstandenen "Evolutionsfeiertag" zu ersetzen.
   Richtig nett, was sich da als Bündnis zusammentut. Da findet sich der einst von der SED gesponserte Freidenker-Bund, der der leider so früh verstorbenen DDR entstammende "Humanistische Verband" die ein bißchen morbide "Gesellschaft für Humanes Sterben" und last but keinesfalls least die "Giordano-Bruno-Stiftung".
   Letztere macht aus dem Darwin-Gedenken eine richtiges Darwin-Fest, so als sei Darwin der Moses eines atheistischen Sozialdarwinismus. 
   Sieht man sich den Beirat der gbs an, stellt man fest, daß da offenbar zusammenwächst, was zusammengehört. So gehört unter anderem Gisela Notz, Bundesvorsitzende von pro familia, dem deutschen Zweig der IPPF, dem Beirat der stramm atheistischen Gesellschaft an. Paßt nicht? Hat miteinander nichts zu tun? O doch. 
   Die Gründer der "Planned Parenthood"-Bewegung, die amerikanische Krankenschwester Margaret Sanger und der Gründer des deutschen Zweiges, der deutsche Arzt Hans Harmsen waren stramme Darwinisten, genauer gesagt, rassistische Sozialdarwinisten.  In ihrem Programm, den "Friedensplan", den Margaret Sanger kurz vor der Machtergreifung der deutschen Nationalsozialisten veröffentlichte, verlangte Sanger unter anderem:
"d. Eine strikte und massive Politik der Sterilisation und Rassentrennung demjenigen Teil der Bevölkerung aufzuerlegen, deren Nachkommen verdorben sind oder deren Erbgut unerwünschte Züge an de Nachkommenschaft weitergibt...."
f. bestimmten dysgenischen (d.h. genetisch minderwertigen) Gruppen unserer Bevölkerung die Wahl der Absonderung oder der Sterilisation zu geben.
g. diesen abgesonderten Personen Land und Heime auf Lebenszeit zu stellen, wo man ihnen durch kompetente Lehrer das Arbeiten beibringt. Mit der Absonderung von fünf Millionen geistig und moralisch Untauglicher ... können wir uns auf die grundlegenden Bedürfnisse des internationalen Friedens konzentrieren."
   (zit. nach Schoeman, "Das Heil kommt von den Juden" S. 158).

   Von Herrn Harmsen, dem Gründer von pro familia, sind ähnliche Werke überliefert. Lange Jahren blieb Harmsen dennoch Ehrenvorsitzender von "pro familia", bis man entdeckte, was Harmsen so zwischen 33 und 45 getrieben hatte.
   In Sangers Worten erkennt man unschwer das Programm, das die Nazis mit blutiger Konsequenz ins Werk setzten. Ach ja, und der militante Anti-Katholizismus, den die heutigen Neu-Atheisten selbst in Kinderbüchern pflegen, hat auch schon die von modernen Feministinnen so hochverehrte Frau Sanger befeuert.
Die katholische Kirche ist der bigotte, unnachgiebige Feind der Geburtenkotrolle ...
Unser einziger wirklicher Feind ist die (katholische) Kirche.
Ich hoffe einst den Tag zu erleben, an dem die Menschheit ... von der Tyrannei der Priester befreit sein wird.
  Zur Ehrenrettung so manches Humanisten sollte man aber noch sagen, daß da dem einen oder anderen bei Schmidt-Salomons flotter These vom "Evolutionären Humanismus" eher mulmig wird. Die Wortwahl führt auf Ernst Haeckel zurück, den "deutschen Darwin", Gallionsfigur des atheistischen Monistenbundes, und frühes Mitglied der deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene.

Kommentare:

Nikodemus hat gesagt…

Grade die gbs ist eine früher so kaum da gewesene Erscheinungen. Atheisten früherer Tage hielten sich einfach von der Kirche fern oder verspotteten sie. Jetzt steht uns aber dieser missionarische Atheismus gegenüber, und machen wir uns nichts vor: Das "gesunde Volksempfinden" unserer Tage treffen diese Leute nicht selten ganz gut...

Alipius hat gesagt…

Man muß sich nur einige der Kommentare zum verlinkten FAZ-Artikel durchlesen, um zu erkennen, daß hier einfach eine Ersatzreligion angeboten wird, deren Gottheites es mit Maul und Klauen zu verteidigen gilt.


Gesinnungsmarionetten und Gedankenklone schwafeln da von "selber denken wollen" obwohl sie schon längst mit beiden Beinen in der Bärenfalle der Atheismus-Dogmen stecken.

Aber, wie Nikodemus sagt: Hier wird natürlich an das 'gesunde Volksempfinden' appelliert, zumindest wenn es um Gleichungen wie "atheistisch = avantgardistisch", "antiklerikal = aufgeklärt" oder "humanistisch = frei" geht. Blärgh!

Anonym hat gesagt…

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