Montag, 21. September 2009

PMT-Jahrestreffen

   Ein eher trister Ort, die Bonifatius-Kirche in Wiesbaden. Mag sein, daß der Vorgängerbau hübscher ausgesehen hat, aber nachdem sich der Architekt mehr um klassische Ästhetik, weniger um solide Fundamente gekümmert hat, krachte die laut damaligen Zeitzeugen sehr hübsche klassizistische Kirche 1831 einfach zusammen.
   Vom Nachfolgerbau sagt man, er sei im gotisch-romanischen Stil mit Jugendstilelementen erbaut worden. So, wie man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts halt Kirchen baute. In eigentlich gar keinem Stil, aus düsterem dunkelrotem Sandstein, mit zu kleinen Fenstern, also weder im lichten, himmelstrebenden Stil der Gotik, noch im fundamentalen der Romanik, dafür sehr solide. Jedenfalls ist die Kirche nicht wieder zusammengefallen. Auch die Bomben des zweiten Weltkriegs haben nur die Fenster zerstört und einen Teil des Dachs beschädigt. Die Fenster hat man dann erneut im düster-banalen Stil der 50er Jahre aus graugrünem und grauroten Glas ersetzt, die diese Kirche jedenfalls im Innern noch etwas grauer und unscheinbarer erscheinen lassen.
   Hier nun fand am 19.09.2009 die Morgenmesse statt, mit der die Jahrestreffen von pro-missa-tridentina aus besten nachvollziehbarem Grund jedes Jahr beginnen. Wer eine formvollendete missa solemnis liebt, in der vorkonziliaren Form natürlich, findet hier, was er sucht. Wenn die Messe ein Theodrama ist, dann findet man hier das richtige Thema dieses Dramas, die Kirche, die dem Herrn entgegengeht, die nicht den Blick vom Herrn wendet. Die Akustik der Kirche, die dem Gesang der Choralschola ein einzigartiges Volumen gibt, entschädigt für die eher düstere, fast schon triste Optik. 
    Zelebrant ist dieses Jahr der Generalobere  der Petrus-Bruderschaft, Pater John Berg. Pater Berg predigt in englisch und  - was man ja stets besonders notieren muß - zum Thema, dem dies natalis des Heiligen Bischofs Januarius. Wieder fällt mir auf, daß in der modernen Liturgie die Märtyrer eher eine Randexistenz darstellen, ist doch die Verehrung der Altarreliquien zu Beginn der Messe entfallen, und ist doch der Römische Meßkanon, der im Hochgebet die frühen Märtyrer der Kirche mit Namen nennt, heute eher ungebräuchlich, fast schon verpönt.
   Den anschließenden Vortrag von Dr. Guido Rodheudt höre ich mir noch an, auch wenn ich philosophische Vorlesungen schon an der Uni eher sterbenslangweilig fand, die Berichte über die Entwicklung der traditionellen Ausbildungsinstitute und die Entwicklung der Zahl der Meßorte und Messen im "usus antiquior" höre ich schon wieder mit mehr Interesse. In Deutschland hat sich seit dem motu proprio die Zahl der "gregorianischen Messen" verdreifacht, die Ausbildungsinstitute, die Priester im gregorianischen Ritus unterweisen, haben über Nachwuchsmangel nicht zu klagen, haben eher Probleme, die Kandidaten noch angemessen unterzubringen.
   Als Überraschungsgast findet sich noch Abt Josef ein, der Abt des Klosters Mariawald. Mariawald ist vor etwas mehr als einem Jahr zur vorkonziliaren Liturgie und zum vorkonziliaren Stundengebet zurückgekehrt. Nicht ohne Probleme, doch mit sichtbarem Erfolg. Erstmals seit vielen Jahren haben sich wieder Postulanten im Kloster eingefunden, und die Gottesdienste sind gut besucht. Mariawald ist wieder zu einem Anziehungspunkt der Region geworden. Der Abt bat die Erschienen herzlich um Unterstützung. Natürlich zuallererst durch Unterstützung im Gebet, aber auch mehr sinnlich-manifest durch Spenden. Mariawald hat einen Förderverein, und die Empfehlung gebe ich gerne weiter. War mal wer in Mariawald? Bericht bitte!

1 Kommentar:

Benita hat gesagt…

Beinahe wäre ich auch gekommen, aber dann war's mir doch zu früh. Hätte ich gewußt, daß Du da bist, hätte ich mich bestimmt trotzdem dazu aufgerafft. Naja, nächstes Jahr...