Freitag, 18. Februar 2011

Neokathogelischmemorandikalvolxaltaristischantiautoritärcontrapapistischsacropopikallesbischwultransgenderfeminogermanozentrimodernistischaggiornamentalprofessoralangelikanische Münsteraner Union


Ich habs! Nachdem ich, wie anbefohlen, meine ganze Energie auf die Namensfindung für die Memorandum-Freiheit-Kirche konzentriert habe, habe ich nun endlich den ultimaten Ausdruck gefunden. Sollte eigentlich nichts fehlen. Ihr katholisch-protestantischer Synkretismus, ihr im Kern antitheologisches Unterschriftenkartell, die Häresie der architektonisch-liturgischen Formlosigkeit, die ihren schärfsten Ausdruck in der allgegenwärtigen, kulturhistorisch meist völlig rücksichts- und geistlosen Installation von Volxaltären findet, die antiautoritäre Macke klebengebliebener Alt68er, der antipapistische, antirömische Affekt, die Zerstörung der Liturgie mittels NGL und Sacropop, die lesbisschwultrangsgendermäßige sexualpolitische Korrektheit, der altbacken violettstrümpfige Feminismus á la mode Schwarzer, nationalkirchlicher Germanozentrismus,  Modernismus und Aggiornamentalismus, nicht zuletzt die Tatsache, daß hier wie bereits im 19. Jahrhundert erneut eine "Professorenkirche" im Entstehen ist. Das Adjektiv angelikanisch muß man noch erklären:

Wilhelm Buschs Pater Filucius ist eine Bildergeschichte, die die politisch-religiösen Kriege des Jahres 1970 ingeniös zusammenfasst: "Man versteht diese allegorische Darstellung der kirchlichen Bewegung, welche sich im Anfang der [18]70er Jahre abspielte, wenn man für Gottlieb Michael den deutschen Michel, für Tante Petrine die römische, Pauline die evangelische Kirche setzt; die Base Angelika ist dann die freie Staatskirche der Zukunft. Der Jesuit Filucius führt den Hund Schrupp, die demokratische Presse, ein und sucht mit seinen Helfershelfern, der Internationalen und den Franzosen, den Haushalt zu stören; dagegen ruft Michel Hiebel den Wehr-, Fibel den Lehr- und Bullerstiebel den Nährstand zu Hilfe, mit deren Unterstützung er auch die ganze unsaubere Wirthschaft zum Fenster hinauswirft." So Wilhelm Busch im O-Ton. Die preußische Staatsregierung im Bund mit den jakobinischen Liberalen, die das preußische und deutsche Parlament beherrschten, träumte von einer handzahmen Kirche, in der man wohl unter anderem die Deutschkatholiken, vor allem aber die Altkatholiken gesehen hat, auf protestantischer Seite den Modernismus. Auch Pauline, die Allegorie des Protestantismus steht am Ende im Hintergrund und muß mit saurer Miene zusehen, wie der deutsche Michel die Angelika, Allegorie der liberalen Staatskirche ehelicht. Lesen und verstehen.

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Du läufst ja wirklich zur Hochform auf.

jolie hat gesagt…

treffender gehts wirklich nicht.
amen dazu.
ein kleiner lichtblick in der mnenschlich gesprochen fast ausweglosen situation der deutschen titanic-kirche.