Montag, 19. Oktober 2009

Ende der Eiszeit?

Erstmals seit vielen, vielen Jahren hat der Ortsbischof von Tarbes und Lourdes der Pius-Bruderschaft gestattet, im Anschluß an ihre traditionelle Lourdes-Wallfahrt ein Pontifikalamt in der Bsailika Pius X. zu zelebrieren. Offenkundig neigt sich die Eiszeit, die zur völligen Erstarrung in der Beziehung zwischen Bruderschaft und Weltkirche geführt hat, jedenfalls in Südfrankreich ihrem Ende zu.
Wie ich unser deutsches Episkopat einschätze, wird es wohl noch ein paar Jahrtausende dauern, bis die Gletscher auch hier auf dem Rückzug sind.
Nun hält man ja hierorts das Abschmelzen des ewigen Eises für ein Phänomen der sogenannten Klimakatastrophe. Ähnlich wird offenbar auch nur das allergeringste Entgegenkommen gegenüber den Traditionalisten angesehen, auch wenn diese - wie die Petrusbruderschaft - treue und ergebene Mitglieder der Weltkirche sind (Vielleicht ist ja auch genau das das Problem?).

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Wir wollen mal schauen. Am Samstag ist in Bonn auch ein Piusbruder mit von der Partie.

Phil hat gesagt…

"Wie ich unser deutsches Episkopat einschätze, wird es wohl noch ein paar Jahrtausende dauern, bis die Gletscher auch hier auf dem Rückzug sind."

Wenn Fellay und Konsorten weiterhin das Konzil verunglimpfen, hoffe ich das auch schwer. Aber hier werden wir wohl nie eine Meinung haben.

Conservare hat gesagt…

Sagen wir es mal so - bei der FSSPX ist zumindest nicht alles Gold was glänzt. Aber es gibt auch viel Gutes bei ihnen, dass sieht der Heilige Vater und das hat er ja in seinem Brief auch so erwähnt. Man muss die Pflanze säubern, damit sie mehr Frucht trägt.

Ehrlich gesagt halte ich sogar die deutsche Ortskirche für stark genug, um diesen Heimkehrprozess ohne Spaltung oder Bashing zu überstehen. Immerhin hält unsere Kirche wirklich viel aus. Sie hat viele kranke Glieder und das nicht erst seit 40 Jahren, sondern von Anfang an. Eine weltliche Firma hätte mit so einer Belegschaft schon nach zwei Jahren bankrott gemacht :-)

Schau mer mal, wie es jetzt weiter geht.

Deo Gratias

Johannes hat gesagt…

Daß einzelne Beschlüsse und Texte des Konzils einen Bruch mit der katholischen Tradition darstellen, bestreitet eigentlich kein ernstzunehmender Exeget der Konzilstexte. Auch das Gegenteil bestreitet keiner ernsthaft. Jedenfalls kein Ernsthafter. Das Problem scheint mir eher, daß es sowohl eine Hermeneutik des Bruchs, wie auch der Kontinuität gibt, wie auch der Reform. Es ist also - liest man die Text nach Art eines Gesetzestextes - ein teilweise miserabler Text, fern jeder doch so notwendigen Eindeutigkeit. Seit Jahrzehnten müht sich die Kirche nun ab, die Dokumente auszulegen - sie das Bohei über "Dominus Jesus". Hätte man nicht besser einen Text verabschiedet, der keinen Anlaß zu Mißdeutungen gibt?